Kapitel 14 von 15: Dänemark - Deutschland

97% der Gesamtreise

Tag 85 von 88

Zurück in Deutschland: Das Gefühl von Vertrautheit

3 min Lesezeit

Dänemark - Deutschland 🇩🇰 - 🇩🇪 73.8 km

Etappen-Infobox

Datum: 24.06.2011

Tageskilometer: 73.84 km

Route: Rudbøl → Nordstrand

Fahrzeit: 4:46:07

Schnitt: 15.5 km/h

Gesamtstand: 6013.0 km

Wind-Fokus: Rücken- und Gegenwind bleiben die unsichtbaren Gegner dieser Tour.

Tag 85: Zurück in Deutschland
Tag 85: Zurück in Deutschland

Heute bin ich zurück in Deutschland – was für ein Gefühl! Orte, die ich für selbstverständlich hielt, kommen mir nun wie eine Oase der Vertrautheit vor. Ich startete den Tag, wie ich es oft tue, und machte mich auf, die letzten Kilometer im nicht-deutschen Gebiet hinter mich zu bringen. Mit dem Frühschwimmen wurde es heute jedoch nichts, da ich einfach zu lange geschlafen habe. Aber das war nicht tragisch. Ich war auf dem günstigsten Campingplatz in Dänemark untergekommen und hatte eine erholsame Nacht verbracht.

Nachdem alle Formalitäten erledigt waren, fuhr ich in Richtung Grenze. Keine fünf Minuten später war ich dort und die Bundesrepublik Deutschland hieß mich willkommen. Was für ein großartiges Gefühl! Es war, als würde ich nach Hause kommen. Vertrauter Boden, auf dem ich nun fuhr.

Der Wind blies stark aus Westen, was die Fahrt nicht einfacher machte. Die erste größere Stadt auf meinem Weg war Niebüll. Der Weg dorthin verlief mal mit dem Wind, mal am Wind und auch kurze Passagen gegen den Wind. Nach 20 km kam ich in Niebüll an und fuhr langsam hindurch, während ich es genoss, deutsche Werbung zu sehen und zu lesen.

An der ersten Sparkasse hielt ich an, um mich mit Euro einzudecken. Die hatte ich auch schon lange nicht mehr in der Hand. Von Niebüll kämpfte ich mich den Weg durch den Wind an die Küste. So richtig Lust auf Kraftübung hatte ich heute nicht. Am Deich ging es weiter nach Süden Richtung Dagebüll, einem kleinen Nordseeheilbad. Dort gönnte ich mir im Fischimbiss Matjes mit Röstkartoffeln – ein Hochgenuss!

Der weitere Weg führte mich am Deich entlang durch ein wunderschönes Naturschutzgebiet. Auf der Höhe der Hamburger Halig gab es ein kleines Informationshäuschen, in dem ich mir einige interessante Fakten über das Wattenmeer, die Haligen und die Koogen aneignete. Koogen sind dem Meer abgerungenes Land unter Normalnull, das durch Deiche geschützt für den Menschen nutzbar gemacht wurde. Haligen sind aufgelandete Gebiete vor der Küste, die bei Ebbe zu Fuß erreichbar sind und selbst bei Springflut nicht überflutet werden. Es ist beeindruckend, was der Mensch hier leistet, um die raue Natur im Zaum zu halten.

Die letzten Kilometer vor Nordstrand waren besonders eindrucksvoll. Am Deich entlang konnte ich eine hohe Artenvielfalt von Vögeln beobachten. Die Schafe, die dort umhertrieben, schienen den Menschen gut gewohnt zu sein und waren viel weniger schreckhaft als anderswo. Ich musste gut aufpassen, dass ich nicht über eines der Schafe stolperte, das sich mitten auf den Weg befand.

Kurz vor Nordstrand kam ich zu meinem Campingplatz. Der Platzwart war ein witziger Zeitgenosse, der mich mit seiner fröhlichen Art gleich in gute Stimmung versetzte. Es war ein bisschen ungewohnt, wieder Deutsch zu sprechen, nachdem ich so lange in Dänemark war. Ich war geneigt, die letzten Kilometer stramm durchzuziehen, aber ich wusste, dass es besser wäre, es ruhig angehen zu lassen. Wenn das Wetter nicht besser wird, werde ich es wohl auch machen müssen.

Ich freue mich auf die letzten Tage meiner Reise. Bis bald!

Cliffhanger

Morgen geht es weiter nach Sankt Peter Ording. Schafft die Tour den naechsten Abschnitt ohne Rueckschlag?