Kapitel 13 von 15: Dänemark
93% der Gesamtreise
Tag 82 von 88
Zurück im Wattenmeer: Die historischen Schätze von Ribe entdecken
3 min Lesezeit
Etappen-Infobox
Datum: 20.06.2011
Tageskilometer: 84.51 km
Route: Henne Strand → Ribe
Fahrzeit: 5:15:04
Schnitt: 16.1 km/h
Gesamtstand: 5868.0 km
Wind-Fokus: Rücken- und Gegenwind bleiben die unsichtbaren Gegner dieser Tour.
Nach einer langen Zeit voller Abenteuer hatte ich heute endlich wieder Eich an meiner Seite. Der Tag versprach, eine angenehme Fahrt zu werden, während ich mich durch Dänemarks beeindruckende Küstenlandschaften bewegte. Der Himmel war bewölkt, doch der Regen blieb aus, und ich war fest entschlossen, das Beste aus diesem Tag zu machen.
Ich genoss das Frühstück in der geräumigen Hütte, die mir die Freiheit gab, entspannt zu essen, anstatt im Schneidersitz auf dem Boden zu hocken. Dänemarks Campingplätze bieten oft Aufenthaltsräume, die das Frühstück zu einem geselligen Ereignis machen. Ich neigte in den letzten Tagen dazu, lange und ausgiebig zu schlafen, was dazu führte, dass ich heute erst um 12:15 Uhr im Sattel saß. Dennoch war ich zuversichtlich, dass ich auch mit diesem späten Start eine respektable Tagesetappe zurücklegen würde.
Der Wind kam aus Osten und spielte mir auf der Strecke heute in die Karten. Die ersten 15 Kilometer bis nach Vejers Strand führten mich durch die gewohnte Dünenlandschaft. Langsam sehnte ich mich nach einer Veränderung des Landschaftsbildes, da ich seit Tagen das Gefühl hatte, durch eine riesige Feriensiedlung zu fahren. Nur Dünen und Ferienhäuser umgaben mich, unterbrochen von gelegentlichen Waldpassagen, während die Dünen die Westküste dominierten.
Doch bald wurde mein Wunsch nach Abwechslung erhört. Hinter Vejers Strand bog ich in einen Wald ab und stieß dabei auf eine Gruppe von Soldaten. Erstaunt stellte ich fest, dass die Dänische Armee dort eine Übung abhielt. Ein Soldat bestätigte mir, dass ich durchfahren dürfe, also pedalierte ich mitten durch das Training hindurch. Bei Oksbøl bekam die Umgebung ein anderes Aussehen; die ländliche Kulisse ließ das Gefühl eines Ameisenhaufens voller deutscher Urlauber hinter mir.
Entlang der Bucht Ho Bugt setzte ich meinen Weg in Richtung Esbjerg fort. Als Hamburger freue ich mich immer, durch Städte zu fahren, und der Gedanke, endlich wieder eine Stadt zu sehen, stimmte mich positiv. Kurz vor Esbjerg erblickte ich die vier beeindruckenden, neun Meter hohen Sitzskulpturen, die ihren Blick auf das Meer richten. Diese von Svend Wiig Hansen geschaffenen Kunstwerke waren für mich ein Meilenstein meiner Reise. Ich hatte sie während meiner dreimonatigen Vorbereitung auf diese Tour oft gesehen, und nun stand ich direkt davor. Es war ein erhabenes Gefühl, diesen Punkt erreicht zu haben.
In Esbjerg suchte ich einen Fahrradladen auf, um eine neue Gewindestange für die Vorderradnabe zu besorgen, da die alte nach einem Platten gerissen war. Der erste Laden hatte keine, aber sie halfen mir, die Verkabelung meines Lichts und meines iPhone-Ladegeräts zu reparieren. Der zweite Laden hatte die Gewindestange, was mir ein sicheres Gefühl auf dem Rad gab.
Mein Ziel war Ribe, die älteste Stadt Dänemarks mit einem gut erhaltenen Stadtkern. Auf dem Weg dorthin entschied ich mich, die originale Route 1 zu nehmen, die mich direkt hinter Esbjerg ins Marschland führte, wo ich auf einem Deich entlangfuhr. Schließlich kam ich in Ribe an und mietete mir eine Hütte für zwei Tage. Nach etwas Verhandlung erhielt ich einen guten Preis.
Morgen plane ich, einen freien Tag zu genießen und mir die historischen Schätze der Stadt anzusehen. Der Gedanke, dass ich bereits am 27. Juni zurück sein könnte, motiviert mich, die letzten Kilometer zu genießen. Ich freue mich darauf, die Schönheit und Geschichte von Ribe zu entdecken. Bis morgen!
Cliffhanger
Morgen geht es weiter nach Ribe. Schafft die Tour den naechsten Abschnitt ohne Rueckschlag?