Kapitel 8 von 15: Schottland - Norwegen

58% der Gesamtreise

Tag 51 von 88

Von Schottland nach Norwegen: Der Weg nach Bergen

3 min Lesezeit

Schottland - Norwegen 🇸🇧 - 🇳🇴 24.2 km

Etappen-Infobox

Datum: 23.05.2011

Tageskilometer: 24.17 km

Route: Sumburgh Head → Bergen

Fahrzeit: 1:54:22

Schnitt: 12.7 km/h

Gesamtstand: 3588.0 km

Wind-Fokus: Rücken- und Gegenwind bleiben die unsichtbaren Gegner dieser Tour.

Tag 51: Von Schottland nach Norwegen
Tag 51: Von Schottland nach Norwegen

Ein letztes Mal erwachte ich in Schottland, bevor Norwegen mein neues Ziel wurde. Der Morgen begann früh, da ich sicherstellen wollte, genug Zeit für unvorhergesehene Ereignisse zu haben. Ein letztes schottisches Frühstück – ich werde es wirklich vermissen. Als ich mich durch die Hoteltür kämpfte, drückte der Wind gewaltig dagegen, aber ich war fest entschlossen. Die kurze Fahrt zum Flughafen würde ich schon schaffen.

Am Flughafen angekommen, begann ich, mein Rad für den Flug vorzubereiten: Pedale abschrauben, Lenker drehen, Sattel absenken. Den Pedalschlüssel, den ich mir extra in Inverness zugelegt hatte, erwies sich als unverzichtbar. Nachdem ich alles sicher verpackt hatte, gab ich das Rad und die 30 kg an Taschen auf. Die Prozedur war mir inzwischen vertraut, aber trotzdem bleibt immer die Sorge, ob alles heil ankommt. Auch die Luft aus den Reifen musste ich ablassen, um Schäden durch den Druckausgleich zu vermeiden.

Pünktlich um 09:45 Uhr hob die Maschine ab. Ein letzter Blick aus dem Fenster zeigte mir die Insel, auf der ich die letzten Wochen verbracht hatte, und dann verschwanden sowohl Land als auch Wasser unter den Wolken. Der Flug war kurz, und kaum hatte ich die Augen geschlossen, setzten wir auch schon zur Landung in Norwegen an.

Der Landeanflug auf Bergen war beeindruckend: Felsen, kleine Inseln und Brücken, die diese miteinander verbanden. Ein faszinierendes Bild, das ich gerne länger genossen hätte. Kaum war ich gelandet, ging es zur Gepäckausgabe. Die Spannung stieg – war mein Rad heil angekommen? Ja! In einem Stück, und alles funktionierte. Nach einer Stunde, in der ich auch noch einen neuen Schlauch einsetzen musste, war ich startklar.

Die ersten Kilometer durch Norwegen boten völlig neue Eindrücke. Die Landschaft mit ihren Wäldern, Bergen und Wasserstraßen war beeindruckend, und die Häuser schienen direkt auf den Felsen zu thronen. Ich fand mich schnell zurecht, radelte entlang eines separaten Radwegs und genoss den Ausblick, auch wenn der Wind immer noch stark blies. Zum Glück war er hier nicht so unbarmherzig wie auf den Shetlands.

In Bergen angekommen, begann ich mit der Suche nach Karten für die National Cycle Route 1, die ich in den kommenden Tagen fahren würde. Leider war meine Suche nur halb erfolgreich: Ich konnte nur die Karte für den Ostteil ergattern, der Westteil blieb unauffindbar. Es war Samstag, und die meisten Geschäfte schlossen bereits.

Nach einem kurzen Besuch in einem Fahrradladen, wo ich mich mit neuen Schläuchen eindeckte, ging es auf die Suche nach einer Unterkunft. Das erste Hostel war noch geschlossen, doch das zweite hatte Platz. Endlich konnte ich mich frisch machen und das Rad für den nächsten Tag vorbereiten. Noch ein letzter Versuch, Karten zu finden, führte mich zum Informationszentrum, doch auch dort konnte mir nicht geholfen werden. Aber immerhin kam ich ins Gespräch mit einer deutschen Reisegruppe, die mir interessiert zuhörte und mich freundlich verabschiedete.

Morgen beginnt meine norwegische Reise. Mit oder ohne Karten – ich werde mich auf die Route 1 und mein iPhone verlassen. Die Abenteuer in den Fjorden erwarten mich! Bye Micha.

Cliffhanger

Morgen geht es weiter nach Leirvik. Schafft die Tour den naechsten Abschnitt ohne Rueckschlag?