Kapitel 13 von 15: Dänemark
91% der Gesamtreise
Tag 80 von 88
Sonnige Wege und entspannte Etappen: Auf der Reise durch Dänemark
3 min Lesezeit
Etappen-Infobox
Datum: 18.06.2011
Tageskilometer: 62.64 km
Route: Thyborøn → Vedersø
Fahrzeit: 3:45:12
Schnitt: 16.7 km/h
Gesamtstand: 5710.0 km
Wind-Fokus: Rücken- und Gegenwind bleiben die unsichtbaren Gegner dieser Tour.
Heute war ein Tag, der mir zeigte, wie schön das Radfahren sein kann, wenn alles zusammenkommt: Sonne, Rückenwind und ein entspanntes Gemüt. Direkt nach dem Klingeln des Weckers entschied ich mich, die letzten 660 Kilometer meiner Reise ruhig und gelassen anzugehen. So gönnte ich mir eine extra Stunde Schlaf und frühstückte ohne zeitlichen Druck.
Beim Abwaschen des Geschirrs in der Campingküche traf ich den Holländer, den ich am Vortag schon an der Rezeption mit seiner Freundin gesehen hatte. Sie waren mit ihren Liegerädern von Holland aus aufgebrochen und hatten eine dreimonatige Reise von 6000 Kilometern bis nach Russland und zurück geplant. Die Liegeräder sahen spannend aus und ich war beeindruckt von ihrem Vorhaben.
Um 12:00 Uhr war ich bereit für meine heutige Etappe. Völlig entspannt trat ich meine Reise an. Der Großteil der Strecke sollte auf Straßen verlaufen, und das Wetter spielte perfekt mit: Die Sonne schien, die Temperaturen waren angenehm und der Wind kam überwiegend von hinten – ideal für meine Fahrt.
Die ersten 10 Kilometer führten mich durch ein Vogelschutzgebiet. Es war eine Freude, den fröhlichen Vogelgesang zu hören und die Natur um mich herum zu genießen. Die wenigen hohen Schornsteine in der Ferne ignorierte ich geflissentlich. Direkt danach ging es in die Dünen, und ich fuhr durch kleine Dörfer und Feriensiedlungen. Bei Bovbjerg sprach ich mit einem Radler aus Wien, dessen Dialekt mich zum Schmunzeln brachte. Er fuhr von Niehbüll nach Norden Dänemarks, und auch er hatte seine Herausforderungen mit den Hotels, die nicht immer passend entlang der Strecke lagen.
Das Highlight des Tages war der 25 Kilometer lange Damm am Nissum Fjord. Der erste Teil des Damms war ein Traum; die Dünen auf der rechten Seite erinnerten an einen Deich, aber mit dem unregelmäßigen Sand und hohem Gras war klar, dass es sich um Dünen handelte. Leider musste ich am Ort Thorsminde eine Pause einlegen, was mich dazu brachte, über einen möglichen Campingplatz nachzudenken. Doch 50 Kilometer waren mir dann doch zu wenig. Ich wollte die Strecke vollständig genießen.
Nach einer kurzen Pause bei einem Spar, wo ich zwei Radler traf, die nicht gerade sportlich wirkten, setzte ich meinen Weg fort. Diese beiden hatten sich gerade ein paar Carlsberg-Biere gegönnt und erzählten mir stolz, sie würden 110 Kilometer pro Tag fahren. Ihre Ausrüstung war alles andere als geeignet für eine lange Tour, aber ich bewunderte ihren Mut.
Die letzten 10 Kilometer auf dem Damm vergingen genauso schnell wie die ersten 15. Schließlich erreichte ich den Campingplatz, der Hütten für nur 125 Kronen anbot – ein unschlagbarer Preis. Die Hütte war geräumig, mit Tisch und Kühlschrank, sowie einer Terrasse mit Blick auf die Landschaft. Ich fühlte mich wohl und wusste, dass ich die letzten Tage hier genießen würde.
Jetzt sind es nur noch knapp 600 Kilometer bis zum Ziel. Das Ende meiner Reise rückt näher, und ich kann es kaum erwarten, die nächsten Etappen zu erleben. Bis bald!
Cliffhanger
Morgen geht es weiter nach Henne Strand. Schafft die Tour den naechsten Abschnitt ohne Rueckschlag?