Kapitel 5 von 15: England
18% der Gesamtreise
Tag 16 von 88
Das Englische Frühstück – Hügelige Landschaften und historische Städte
3 min Lesezeit
Etappen-Infobox
Datum: 16.4.2011
Tageskilometer: 89.21 km
Route: Harwich → Ipswich
Fahrzeit: 6:55:27
Schnitt: 16.1 km/h
Gesamtstand: 1110.0 km
Wind-Fokus: Rücken- und Gegenwind bleiben die unsichtbaren Gegner dieser Tour.
Der Tag begann mit einem typischen englischen Frühstück, das mehr Energie lieferte, als ich wahrscheinlich verbrennen würde: Spiegelei auf Toast, knuspriger Speck, Bohnen, gegrillte Tomaten und Würstchen – und dazu reichlich Toast mit Marmelade. Es fühlte sich an wie der perfekte Start in das nächste Kapitel meiner Reise, und ich war bereit, die britische Landschaft zu erkunden.
Mein erstes Ziel in England war Ipswich, etwa 50 Meilen von Harwich entfernt, eine Entfernung, die sich gut in meinen bisherigen Tagesdurchschnitt einfügte. Die Strecke verlief größtenteils über die National Cycle Route 51, bevor ich später auf Route 1 wechseln würde. Die Beschilderung war meistens gut, aber manche Schilder waren klein und leicht zu übersehen. Schon am frühen Morgen bemerkte ich, dass England ein ganz eigenes, markantes Gesicht hatte – eine hügelige Landschaft mit weiten, grünen Feldern. Es war ein starker Kontrast zu den flachen Weiten Frieslands und den Dünenlandschaften in den Niederlanden. Hier konnte man nie wirklich weit sehen, da die Hügel einem immer die Sicht nahmen. Aber gerade das machte den Reiz aus.
Die Strecke führte teilweise über viel befahrene Straßen, was mir anfangs Respekt abnötigte. Die Autos sausten dicht an mir vorbei, anders als in den Niederlanden, wo es fast überall Fahrradwege gab. Doch man gewöhnt sich schnell an die Nähe des Verkehrs – auch wenn der Gedanke daran, auf einer mehrspurigen Straße zu fahren, anfangs etwas abschreckend war. Doch ich wurde freundlich von einem englischen Rennradfahrer darauf hingewiesen, dass es klüger wäre, abseits dieser Hauptstraße zu fahren. Er lotste mich über ruhigere Wege und setzte damit ein deutlich angenehmeres Erlebnis fort.
Das erste Highlight des Tages war Wivenhoe, eine malerische Altstadt mit einem kleinen Hafen, die von einem Fluss durchzogen wird. Ich machte einige Fotos, und während ich die friedliche Atmosphäre genoss, sprach mich eine Frau an und sagte: „Man war nicht in Wivenhoe, wenn man es nicht fotografiert hat.“ Ich lachte und entgegnete scherzhaft, dass ich extra aus Hamburg angereist sei, um dieses eine Foto zu machen. Es war ein netter Moment, der mir zeigte, wie herzlich die Menschen hier sind.
Von Wivenhoe aus führte ein kleiner Pfad entlang des Flusses weiter bis nach Colchester. Die Route verlief durch charmante Nebenstraßen und führte mich schließlich in den Schlosspark von Colchester, einer Stadt, die als die älteste Englands bekannt ist. Jedes Gebäude schien eine Geschichte zu erzählen, und es war beeindruckend, durch die Gassen dieser historischen Stadt zu radeln. Ich nahm mir die Zeit, die Altstadt zu erkunden und die Atmosphäre in mich aufzunehmen. Es war, als wäre ich in eine andere Zeit versetzt worden.
Der letzte Abschnitt des Tages brachte mich nach Ipswich. Die Route führte durch eine angenehm grüne Landschaft, und trotz des Verkehrs fühlte ich mich sicher und genoss die Fahrt. In Ipswich angekommen, fand ich ein kleines Zimmer für die Nacht. Ein langer Tag lag hinter mir, und ich war gespannt, was England in den kommenden Tagen noch für mich bereithalten würde.
Morgen geht es weiter – mal sehen, wo ich als Nächstes lande. Bis bald!
Bye Micha
Cliffhanger
Morgen geht es weiter nach Halesworth. Schafft die Tour den naechsten Abschnitt ohne Rueckschlag?