Kapitel 9 von 15: Norwegen
63% der Gesamtreise
Tag 55 von 88
Sonnenschein und Fährfahrten auf dem Weg nach Stavanger
3 min Lesezeit
Etappen-Infobox
Datum: 20.05.2011
Tageskilometer: 36.58 km
Route: Skudeneshavn → Ølberg
Fahrzeit: 2:39:22
Schnitt: 13.8 km/h
Gesamtstand: 3827.0 km
Wind-Fokus: Rücken- und Gegenwind bleiben die unsichtbaren Gegner dieser Tour.
Kurz und trocken war die Fahrt, doch zwei besondere Ereignisse prägten den Tag. Die Nacht war unruhig, der Regen und die hohe Luftfeuchtigkeit im Zelt machten mir zu schaffen, doch ich schlief bald wieder ein. Am Morgen fühlte ich mich immer noch erschöpft und das Aufstehen fiel mir schwer. In der Campingplatzküche nahm ich ein schnelles Frühstück ein, bevor ich mich um kurz nach 10:00 Uhr auf den Weg machte. Die Fähre, die mich nach Mekjarvik bei Stavanger bringen sollte, war nur etwa 3 Kilometer entfernt.
Am Fähranleger angekommen, suchte ich nach Informationen zu den Abfahrtszeiten. Ein Einheimischer erzählte mir von einer Verzögerung wegen technischer Probleme, die Fähre sollte wohl erst um 13:50 Uhr fahren. Drei Stunden warten? Nicht ideal, aber ich hatte keine andere Wahl. Also beschloss ich, die Altstadt von Skudeneshavn zu erkunden. Die schmalen Gassen und die weißen Holzhäuser erinnerten mich ein wenig an Blankenese in Hamburg – ein wirklich schöner Ort. Nachdem ich die Gegend etwas erkundet hatte, kehrte ich zurück und verbrachte die restliche Wartezeit in einem Café.
Um 13:30 Uhr war es endlich soweit, die Fähre legte ab. Es war eine angenehme Überfahrt, obwohl das Meer unruhig war und die Fähre ordentlich schaukelte. Ich nutzte die Zeit, um ein wenig zu schlafen – die Müdigkeit der letzten Tage hatte sich deutlich bemerkbar gemacht.
Nach der Ankunft in Mekjarvik ging es endlich weiter. Der Himmel klarte auf, und die Sonne schien durch die Wolken. Der erste Teil der Strecke führte entlang einer Schotterpiste an der Küste, bevor ich auf eine asphaltierte Straße kam, wo ich endlich richtig Fahrt aufnehmen konnte. Der Wind war diesmal gnädig, und ich genoss die Aussicht auf die Nordsee.
Unterwegs traf ich auf einen Rennradfahrer, der mir von seiner 4000 Kilometer langen Tour durch Spanien, Frankreich, die Niederlande und Deutschland erzählte. Wir plauderten eine Weile, und ich gab ihm die Adresse meines Blogs. Es war erfrischend, sich mit einem anderen Radfahrer auszutauschen.
Die letzten Kilometer des Tages verliefen auf flachen Straßen entlang der Küste. Der Wind hatte sich beruhigt, und ich entschied mich, die Tagesetappe etwas kürzer zu halten und auf dem Campingplatz in Ølberg zu übernachten. Der Campingplatz liegt direkt an der Nordsee, und von meinem Zelt aus konnte ich das Meer hören. Der Preis war wie gewohnt: 100 Kronen.
Die Sonne schien noch, als ich mein Zelt aufbaute, und es war fast warm – ein schöner Abschluss für einen ansonsten ereignisarmen Tag. Jetzt hoffe ich auf eine erholsame Nacht und eine längere Etappe morgen, die mich bis nach Egersund bringen soll. Wenn alles gut läuft, steht endlich mal wieder eine 80-Kilometer-Tour an.
Bye Micha
Cliffhanger
Morgen geht es weiter nach Egersund. Schafft die Tour den naechsten Abschnitt ohne Rueckschlag?