Kapitel 9 von 15: Norwegen

69% der Gesamtreise

Tag 61 von 88

Ein gemütlicher Morgen und die Sonne nach dem Regenschauer

4 min Lesezeit

Norwegen 🇳🇴 Wind/Regentag 70.4 km

Etappen-Infobox

Datum: 01.06.2011

Tageskilometer: 70.36 km

Route: Søgne → Lillesand

Fahrzeit: 4:54:45

Schnitt: 14.3 km/h

Gesamtstand: 4254.0 km

Wind-Fokus: Rücken- und Gegenwind bleiben die unsichtbaren Gegner dieser Tour.

Tag 61: Gemütlicher Morgen und Sonnenschein
Tag 61: Gemütlicher Morgen und Sonnenschein

Der Tag begann mit Regen und endete mit Sonnenschein. Die gestrige Entscheidung, die Etappe vorzeitig enden zu lassen und mir eine Hütte zu mieten, war absolut richtig. Es war bequem, trocken, und ich hatte alles, was ich brauchte. Beim Essen konnte ich ein wenig TV schauen. Ich konnte den HR3-Kanal empfangen. Dort haben sie den ganzen Abend über die Trockenperiode in Hessen geredet und welch Katastrophe das schon wieder sei. Und bei mir hier in Norwegen regnet es ununterbrochen, und ich friere zeitweilig sogar. Irgendwie unausgeglichen.

Mal wieder in einem Bett zu schlafen war wohltuend. Um 07:00 Uhr bin ich trotzdem nicht aufgestanden; ich habe gestern Abend zu lange in die Glotze geschaut. Es war so gemütlich. Außerdem regnete es draußen noch stark. Lange blieb ich aber nicht mehr liegen. Das Frühstück an einem Tisch einzunehmen hatte auch mal wieder etwas. Um kurz nach 10:00 Uhr fuhr ich trotz Regens los. Der Regen war zum Glück nur noch nieselig und hat mich in keinster Weise gestört. Die Luft war klar und nicht so kalt wie die letzten Tage.

Die ersten 10 km war ich richtig flott unterwegs, leicht unterstützt von dem bisschen Wind, der wehte. Die Strecke war weitgehend flach. Nach 10 km fuhr ich erst mal in eine Sackgasse, die als solche nicht gekennzeichnet war. Die Kosten betrugen aber nur zwei bis drei Kilometer. Der korrekte Weg führte mich mal wieder durch einen Wald auf einem Schotterweg 10 km bis nach Kristiansand. Mit ein, zwei Ausnahmen konnte ich den Weg durchfahren. Eine Stelle gefiel mir besonders. Nach einer rasanten Abfahrt über Geröll verlief der Weg entlang eines kleinen Sees, so um die drei bis vier hundert Meter. Am Ende stand eine kleine Bank auf einem Felsen direkt am Wasser. Diese Bank sah geradezu einladend aus. Menschenleer hätte ich den See ganz für mich alleine. Vielleicht ein anderes Mal, heute muss ich weiter.

Kristiansand ist mal wieder eine von den größeren Städten, und auch das konnte ich genießen. Beim ersten Radladen wechselte ich alle Bremsbeläge. Auch die hinteren, die ich gerade vor ein paar Tagen erst gewechselt hatte. Mit Bremswirkung bremst es sich gleich viel besser. Der Weg führte mich mitten durch Kristiansand. Bis zu einer großen Brücke, die es zu überqueren galt. Auf der anderen Seite ging es weiter mit bewohntem Gebiet. Dies änderte sich nicht bis zum Flughafen. Ab dort wurde es langsam wieder ländlicher. Ich überquerte einen Fluss, den ich Richtung Norden eine ganze Weile folgte. Sehen konnte man ihn die meiste Zeit nicht, weil er durch den Wald oder anderes meist verdeckt war.

Auf den folgenden Kilometern wechselte sich Wald mit Feld ab. Mal war es landschaftlich, mal war es waldig. Die Anstiege waren mäßig und nicht allzu hoch. Steinformationen waren wenige zu sehen. Ab und an blinzelte ein Stein aus dem Wald heraus. Auch ein paar Steingruben waren dabei. Ich fühlte mich derweil ganz gut. Nicht topfit, aber auch nicht so kraftlos wie in den letzten Tagen. Ich machte exakt nach allen 10 km kurze Essenspausen. Bei Birkeland überquerte ich den Fluss abermals und fuhr in südöstliche Richtung wieder der Nordsee entgegen. 15 km noch bis nach Lillesand, welches mein heutiges Etappenende sein sollte. Der nächste Zeltplatz wäre erst 20 km weiter gewesen. Ich wollte mich heute aber noch schonen und um 18:00 Uhr Schluss machen, und entschied mich deshalb für Lillesand.

Am östlichen Ende von Lillesand gibt es einen Familiencampingplatz direkt am Wasser. Saubere Einrichtungen, ordentlicher Platz und gut besucht ist er auch. Auch hier wieder jede Menge Deutsche. Mit einigen von ihnen unterhielt ich mich. Sie waren auch alle nicht sehr begeistert über das schlechte Wetter. Aber Wetter ist Wetter, da kann man nichts machen. Dafür schien heute Abend die Sonne, und ich konnte mein Pasta-Mahl mit Lauch und Pesto in der Abendsonne zu mir nehmen.

Morgen soll es einladende Temperaturen geben. Das Ganze wird von Sonnenschein begleitet. Ich hoffe und freue mich darauf.

CU, Micha

Cliffhanger

Morgen geht es weiter nach Vatnebu. Schafft die Tour den naechsten Abschnitt ohne Rueckschlag?