Kapitel 9 von 15: Norwegen
75% der Gesamtreise
Tag 66 von 88
Die gestrige Etappe hätte ich heute gerne als Abschlussetappe in Norwegen gehabt
4 min Lesezeit
Etappen-Infobox
Datum: 06.06.2011
Tageskilometer: 94.49 km
Route: Horten → Høysand
Fahrzeit: 7:17:57
Schnitt: 12.9 km/h
Gesamtstand: 4672.0 km
Wind-Fokus: Rücken- und Gegenwind bleiben die unsichtbaren Gegner dieser Tour.
Der Wecker klingelte um 07:00 Uhr, ich rekelte mich und stand auf. Wenn das mal jeden Morgen so gut klappen würde. Frühstück war wie gewohnt: zwei Brötchen, eine Banane, eine Schüssel Müsli und eine Tasse Kaffee. Nur der O-Saft fehlte.
Vom Campingplatz herunter fuhr ich in einen Wald. Dort fuhr ich zwischen jede Menge Ford Oldtimer hindurch. Jetzt weiß ich auch, wo die laute Musik gestern herkam. Es waren bestimmt um die 10 Wagen, die dort standen. Fahrzeuge ähnlicher Art sind mir heute mehrmals begegnet. Scheint wohl irgendein Event in Norwegen stattgefunden zu haben oder findet noch statt. Vielleicht fahren die Norweger auch nur bevorzugt sonntags mit ihren alten Autos durch die Gegend.
Bei Horten am Fähranleger musste ich eine halbe Stunde auf die nächste Fähre warten. Ich unterhielt mich in der Zwischenzeit mit einem Motorradfahrer aus Schweden. Ich fragte ihn, ob in Schweden immer die Sonne scheint. Er verneinte dies und meinte, es könne auch in Schweden regnen. Schade, da es die nächsten Tage wieder regnen soll.
Die Fährfahrt dauerte eine halbe Stunde. Von Moss aus ging es wieder Richtung Süden. Seit Kristiansand bin ich ja in nordöstlicher Richtung gefahren, also von zu Hause weg. Jetzt bewege ich mich wieder darauf zu. Hinter Moss wurde es wieder ländlicher. Es dauerte nicht lange, da hatte ich den ersten Schotterweg zu fahren. An einer Baustelle entlang ging es in einen Wald mit vielen Wurzeln und aus der Erde herausragendem Gestein auf dem Weg. Das war mal wieder ein Weg, den man besser hätte mit einem Mountainbike fahren können.
Nach diesen 10 km durfte ich wieder ein wenig Straße fahren, bis es nach ein paar Kilometern auf unbefestigten Wegen weiterging. Ich kam an einem Golfplatz vorbei, bei dem mich die Beschilderung in einen Wald führte, in dem man wegen der Wurzeln noch nicht einmal hineinfahren konnte. Der Weg im Wald betrug nur 1 km. Diesen Kilometer konnte man aber nicht fahren, wegen umgekippter Bäume, sperrigen Steinen und Wurzeln. Zum Wandern sicherlich sehr schön, aber zum Radfahren?
Als ich aus dem Wald herauskam, stand ich wieder auf dem Golfplatz. Ich wurde angehalten, einen Moment zu warten, wegen des Abschlags. Nach dem Golfplatz hatte ich noch ein wenig unbefestigten Weg und durfte danach 13 km auf einer Straße fahren. Die Umgebung war wieder sehr landschaftlich und waldig.
Bei Elingård gab es abermals für 4 km einen Schotterweg. Bis nach Fredrikstad durfte ich dann wieder Straße fahren. Fredrikstad durfte ich eine ganze Weile durchfahren. An der Glomma, einem Fluss, der entlang der gesamten Stadt führt, fuhr ich mit einer kleinen Personenfähre für 10 NOK auf die andere Seite.
Auf der anderen Seite folgte ich dem Glommatien-Weg an der Glomma für 16 km. Der Weg war unbefestigt, ließ sich aber gut fahren. So ziemlich am Ende dieses Weges kam ich an einem Amundsen-Museum vorbei, das leider schon geschlossen hatte. Ich bemerkte außerdem, dass mein Vorderrad Luft verlor. Ein Umstand, der mir nicht besonders gefiel. Ich versuchte es mit der Taktik, pumpen, fahren, pumpen, fahren, um den Schlauch dann auf dem nächsten Campingplatz zu reparieren.
Beim zweiten Mal pumpen kippte mir mein Rad um. Dabei riss mir das Ventil ab. So war dann Schlauchwechsel angesagt. Zumindest musste ich jetzt nicht mehr pumpen. Das war jetzt der vierte Schlauch auf dieser Fahrt, der verarbeitet wurde. Bei der nächsten Möglichkeit kaufe ich mir gleich zwei Reserveschläuche.
Die letzten 16 km bis zum Campingplatz verliefen fast ohne Probleme. Ekkehard habe ich den Weg zu Høysand verpasst, weil dieser ohne Beschilderung als solcher nicht zu erkennen war. Das Schild konnte man nur sehen, wenn man aus der anderen Richtung kam. Ich fuhr aber nur um die 2 km Umweg, also nicht der Rede wert.
Auf dem Campingplatz angekommen, war es mittlerweile 20:30 Uhr. Die Fähre und die Schotterwege haben viel Zeit gekostet. Ich fragte nach einer Hütte. Die sollte 550 NOK kosten. Ich meinte, das wäre zu viel und dass ich sie für 400 NOK nehmen würde. Letztendlich bekam ich die Vier-Personen-Hütte für 475 NOK. Ich nahm sie. Ich kochte wieder meine vier Portionen Pasta und genoss ein wenig die Abendluft. Nur die Mücken, die jetzt so langsam ihr Unwesen treiben, störten ein wenig dabei.
Nacht, Micha
Cliffhanger
Morgen geht es weiter nach Strömstad. Schafft die Tour den naechsten Abschnitt ohne Rueckschlag?