Kapitel 7 von 15: Schottland

45% der Gesamtreise

Tag 40 von 88

Vom Nebel zur Küste: Atemberaubende Aussichten und herzliche Begegnungen

3 min Lesezeit

Schottland 🇸🇧 85.8 km

Etappen-Infobox

Datum: 10.5.2011

Tageskilometer: 85.83 km

Route: Turriff → Elgin

Fahrzeit: 6:45:36

Schnitt: 12.7 km/h

Gesamtstand: 2847.0 km

Wind-Fokus: Rücken- und Gegenwind bleiben die unsichtbaren Gegner dieser Tour.

Tag 40: Vom Nebel zur Küste
Tag 40: Vom Nebel zur Küste

Heute startete der Tag mit feuchter Luft, die meinem Schlafsack schwer zusetzte. Besonders am Kopfende fühlte es sich unangenehm an, aber ich versuchte, noch ein wenig Schlaf zu bekommen. Am Ende verschlief ich sogar meinen Wecker und startete 45 Minuten später als geplant. Beim Packen sprach mich ein Camper an, und obwohl ich ihn nicht gut verstand, unterhielten wir uns prächtig. Er lud mich auf einen Kaffee ein, und seine Frau schenkte mir zum Abschied eine Packung Kekse. Es sind solche Begegnungen, die eine Reise unvergesslich machen.

Mein erstes Ziel heute war Banff, etwa 11 Meilen nördlich von Turriff, zurück an der Küste. Der Himmel war bewölkt, aber immerhin blieb es trocken. Der Weg nach Banff führte über sanfte Hügel mit fantastischen Ausblicken auf die grüne, hügelige Landschaft. Ich hielt mehrmals an, um die Aussicht zu genießen.

In Banff hatte ich endlich wieder freien Blick auf das Meer. Ich kann mich einfach nicht satt sehen an den Häfen, Buchten und Klippen, die diese Region zu bieten hat. Von Banff aus folgte ich der Küste Richtung Whitehills, Portsoy und schließlich nach Cullen. Der Anblick auf Cullen von oben war atemberaubend: Stadt, Hafen und Bucht in perfekter Harmonie, eingerahmt von der Küste. Und natürlich, wie sollte es anders sein, gab es auch hier wieder einen Golfplatz direkt am Wasser.

Von Cullen führte mich ein Radwanderweg entlang der Klippen bis nach Buckie. Der Weg schlängelte sich am Rande des Kliffs entlang, und immer wieder ragten hohe Felsen aus dem Wasser, die der Küste ein dramatisches Bild verliehen. Der Wind hatte mittlerweile ordentlich zugenommen, sicherlich Stärke 5 oder 6. Anfangs schob er mich noch von hinten, später musste ich mich gegen ihn stemmen, besonders ab Buckie, als ich direkt gegen den Wind fuhr.

In Portgordon entfernte ich mich etwas von der Küste. Unterwegs überholte ich einen einsamen Wanderer mit großem Rucksack und Kilt. Wir hielten an und unterhielten uns. Er erzählte mir, dass er eine zweijährige Reise um England herum mache – ohne einen einzigen Cent in der Tasche. Da soll noch jemand sagen, ich sei verrückt!

Ein besonderes Highlight wartete kurz vor Garmouth: Ein alter Viadukt führte über den Fluss, umgeben von dichtem Wald. Die Strecke war wunderschön und ruhig. Am Ende des Viadukts traf ich auf ein Radlerpaar, und wir kamen ins Gespräch. Wieder verabschiedeten wir uns mit einem Handschlag, ein Zeichen des Respekts, das ich auf dieser Reise oft erlebe.

Der Weg nach Elgin wurde anstrengender, der Wind forderte seinen Tribut, und die Landschaft war weniger aufregend als zuvor. In Elgin angekommen, machte ich mich auf die Suche nach einem B&B. Das erste war nicht auffindbar, das zweite voll belegt. Schließlich fand ich ein kleines Zimmer, das gerade genug Platz für ein Bett und meine Taschen bot – nicht luxuriös, aber nach einem anstrengenden Tag völlig ausreichend.

Morgen werde ich Inverness passieren, und dann geht es weiter Richtung des höchsten Punktes des schottischen Festlands. Es wird eine spannende Herausforderung.

Tschüss Micha

Cliffhanger

Morgen geht es weiter nach Inverness. Schafft die Tour den naechsten Abschnitt ohne Rueckschlag?