Kapitel 7 von 15: Schottland

51% der Gesamtreise

Tag 45 von 88

Da kommt Insel-Feeling auf: Bewölkt, aber trocken und verdammt windig

2 min Lesezeit

Schottland 🇸🇧 Wind/Regentag 78.2 km

Etappen-Infobox

Datum: 17.05.2011

Tageskilometer: 78.22 km

Route: John O'Groats → Stromness

Fahrzeit: 6:04:32

Schnitt: 12.9 km/h

Gesamtstand: 3280.0 km

Wind-Fokus: Rücken- und Gegenwind bleiben die unsichtbaren Gegner dieser Tour.

Tag 45: Insel-Feeling auf den Orkneys
Tag 45: Insel-Feeling auf den Orkneys

Heute sollte es auf die Orkney-Inseln gehen! Die Fähre sollte mich um 09:00 Uhr übersetzen, und so hatte ich genügend Zeit für ein ruhiges Frühstück. Das Wetter war bewölkt und windig, aber trocken, sodass die Fähre planmäßig abfuhr. An Bord traf ich ein Paar, das ich am Vortag kennengelernt hatte – er war Teil einer Radgruppe, die die berühmte Strecke von Lands End nach John O’Groats gefahren war.

Die Überfahrt dauerte 40 Minuten, und der Wind blies heftig, was der kleinen Fähre ordentlich zu schaffen machte. Einigen Passagieren war schnell übel, und auch ich spürte, wie mir heiß wurde. Die raue See brachte mein Magen etwas durcheinander, aber ich schaffte es ohne Malheur. Froh, endlich festen Boden unter den Füßen zu haben, verabschiedete ich mich von meinen Begleitern und machte mich auf den Weg, die Orkney-Inseln zu erkunden.

South Ronaldsay, die südlichste der Orkney-Inseln, empfing mich mit verlassenen Straßen und weiten Ausblicken auf das Meer. Nachdem ich St. Margaret’s Hope passierte, überquerte ich die erste der berühmten Churchill Barriers, die im Zweiten Weltkrieg errichtet wurden, um feindliche Schiffe abzuhalten. Insgesamt gibt es vier solcher Barrieren, die die Inseln miteinander verbinden, und ich fuhr sie alle nacheinander ab.

In Kirkwall, der größten Stadt der Orkney-Inseln, legte ich eine Pause ein und traf auf zwei Radfahrer, die mir von ihrer einwöchigen Radtour über die Orkneys erzählten. Wir tauschten uns über das Radfahren und das Material aus und genossen die Gesellschaft, bevor wir unsere Wege trennten.

Mein Plan für den Tag war, bis nach Stromness zu fahren und dort für zwei Tage zu übernachten. Die Strecke von Kirkwall nach Stromness forderte meine letzten Energiereserven – der starke Gegenwind auf den leichten, aber langen Anstiegen kostete mich viel Kraft. Als ich endlich in Stromness ankam, war ich erleichtert, ein kleines Hostel zu finden, in dem ich für die Nacht bleiben konnte.

Die Orkney-Inseln haben ihre eigene, wilde Schönheit: grüne Landschaften, sanfte Hügel und, auf der Nachbarinsel Hoy, der beeindruckende Old Man of Hoy – ein 250 Meter hoher Fels, der allerdings nicht auf meiner Route liegt.

Morgen steht eine Rundfahrt durch West Mainland an, aber heute genieße ich die Wärme und den Komfort meines kleinen Hostelzimmers.

Bye Micha

Cliffhanger

Morgen geht es weiter nach Stromness. Schafft die Tour den naechsten Abschnitt ohne Rueckschlag?