Kapitel 1 von 15: Deutschland

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Tag 2 von 88

Die Elbe-Nordsee-Weser Tour – 76 km durch die Küstenlandschaft

3 min Lesezeit

Deutschland 🇩🇪 76.8 km

Etappen-Infobox

Datum: 2.4.2011

Tageskilometer: 76.76 km

Route: Cuxhaven → Fedderwardensiel

Fahrzeit: 4:49:59

Schnitt: 15.9 km/h

Gesamtstand: 214.0 km

Wind-Fokus: Rücken- und Gegenwind bleiben die unsichtbaren Gegner dieser Tour.

Tag 2: Sonniger Start
Tag 2: Sonniger Start

Der Tag begann früh, vielleicht sogar etwas zu früh, als mich meine Mutter um 6:30 Uhr weckte. Immerhin war es ein langer Tag gestern – 137 km und ich kam erst um 2 Uhr ins Bett. Trotzdem fühlte ich mich überraschend gut, kein Muskelkater, nur ein leichtes Ziehen in den Knien. Nach einem schnellen Friseurtermin bei meiner Nichte – kurze Haare sind schließlich windschnittiger – packte ich meine Sachen und verabschiedete mich emotional von meinen Eltern. Es war Zeit, weiterzufahren.

Los ging’s in Cuxhaven, wo ich die Strecke über Döse, Duhnen und Sahlenburg nahm – Abschnitte, die ich noch gut von meinen Marathon-Trainingsläufen kannte, nur diesmal war ich deutlich schneller unterwegs. Der Weg führte mich über Arensch und Berensch, wo der Deich auf der rechten Seite und Felder auf der linken Seite lagen. Die nächsten 30 km blieben genau so – fast monoton, aber für jemanden, der wie ich den Elbdeich kennt, ein Traum. Der Gegenwind allerdings machte die Fahrt anstrengender, als sie sein sollte. Fahren mit angezogener Handbremse beschreibt es wohl am besten.

Meine Mittagspause machte ich in Cappel-Neufeld, wo ich auf ein älteres Radlerpaar traf. Ein netter Klönschnack brachte mich wieder auf andere Gedanken, bevor es weiter nach Wremen ging. Ein kleiner Hafen mit Mini-Leuchtturm – einfach perfekt für eine Pause. Hier tummelten sich viele Motorradfahrer und Kitesurfer, die wohl den guten Wind für ihre Sportart schätzten, auch wenn ich ihn eher als Hindernis empfand.

Die Reise führte mich weiter nach Bremerhaven, dessen riesige Kräne schon Stunden vorher am Horizont sichtbar waren. Endlich angekommen, fuhr ich mitten durch das Containerhafengebiet – Kräne, Schiffe, Schienen und unzählige Fahrzeuge. Doch plötzlich war Schluss: Ein Zaun quer über die Straße. Umkehren war die einzige Option – nicht gerade das, was man nach einer langen Fahrt möchte. Doch kurz bevor ich wieder auf der Hauptstraße war, sah ich ein Radlerpaar, das ich zuvor überholt hatte. Sie stiegen auf ein kleines Boot, das sie über die Fahrrinne bringen sollte. Der Kapitän winkte mir zu und bot mir an, auch noch mitzukommen. Eine willkommene Abwechslung – und so fand ich mich unerwartet auf einem Wassertaxi wieder.

Auf der anderen Seite der Fahrrinne ging es weiter zur Weserfähre. Vor der Überfahrt besuchte ich noch das Columbus Center, eine beeindruckende Einkaufsmeile, direkt gegenüber vom Museumshafen mit einem U-Boot und anderen maritimen Attraktionen. Die Architektur der Gebäude erinnerte mich an die Brücke eines Schiffs – perfekt passend für die maritime Stadt.

Nach der Überfahrt landete ich in Blexen und machte mich auf die letzten 25 km, die mit Rückenwind erstaunlich schnell vergingen. Doch als ich den Zeltplatz in Buxhaven erreichte, stellte ich fest, dass er geschlossen war – keine Zelte, keine Hinweise, nichts. Also auf nach Fedderwardensiel, wo ich sicherheitshalber vorher anrief. Hier wurde ich herzlich empfangen und war der einzige Camper. Ich baute mein Zelt auf, genoss eine lange Dusche und kochte mir eine leckere Portion Pasta mit meinem Trangia-Kochset.

Morgen steht die nächste Etappe entlang des Jadebusens an – hoffentlich mit geöffneten Zeltplätzen. Bis morgen, ich melde mich wieder!

Cliffhanger

Morgen geht es weiter nach Dangast. Schafft die Tour den naechsten Abschnitt ohne Rueckschlag?