Kapitel 13 von 15: Dänemark
84% der Gesamtreise
Tag 74 von 88
Mit Entschlossenheit zum nördlichsten Punkt Dänemarks: Eine unvergessliche Reise
3 min Lesezeit
Etappen-Infobox
Datum: 12.06.2011
Tageskilometer: 158.06 km
Route: Hadsund → Skagen
Fahrzeit: 8:50:56
Schnitt: 17.9 km/h
Gesamtstand: 5337.0 km
Wind-Fokus: Rücken- und Gegenwind bleiben die unsichtbaren Gegner dieser Tour.
Heute steht mir eine der spannendsten Etappen meiner Reise bevor: Es sind Kilometer zu sammeln, und ich bin fest entschlossen, sie auch zu fahren. Nach einer erholsamen Nacht in einem Bett erwache ich mit neuer Energie. Um 08:45 Uhr bin ich bereits auf meinem Sattel und beginne, in die Pedale zu treten. Das Wetter ist freundlich – leicht bewölkt, ohne Regen und mit einem sanften Wind aus Süden, der mich anfeuert. Ich genieße die frische Morgenluft, während ich den ersten Teil des Weges auf einer angenehmen Radroute zurücklege.
Die Umgebung ist einfach atemberaubend. Die dänische Landschaft mit ihren sanften Hügeln, Kornfeldern und kleinen Wäldern zieht mich in ihren Bann. Der erste Abschnitt ist leicht wellig, aber die Schönheit der Natur lenkt mich von der Anstrengung ab. Ich erhalte den wertvollen Tipp, nicht der vielbefahrenen Straße 5 zu folgen, sondern die 21 weiterzufahren und dann auf eine verkehrsarmer Strecke zur Küste zu gelangen. Die Abwechslung und die angenehm zu fahrenden Strecken bringen mir ein breites Lächeln ins Gesicht, während ich mit gutem Tempo vorankomme.
Gegen Mittag habe ich bereits 40 Kilometer hinter mich gebracht und beginne, über die Worte der Platzwärterin in Hadsund nachzudenken. Sie meinte, viele Radfahrer würden bis nach Skagen durchfahren. Doch ich verwerfe diesen Gedanken – noch über 100 Kilometer liegen vor mir. Der Weg zur Küste wird von kleinen Buchten und herrlichen Sandstränden gesäumt, was das Fahren zu einem wahren Vergnügen macht.
In Hals nehme ich die Fähre, die mich über den Fjord bringt. Als ich ankomme, ist das Wetter wechselhaft. Mal regnet es, dann scheint wieder die Sonne. Ich ziehe mehrmals meine Regenjacke an und wieder aus, während ich durch die sanfte, hügelige Landschaft fahre. Nach etwa 70 Kilometern beginne ich ernsthaft über die Möglichkeit nachzudenken, bis nach Skagen durchzufahren. Mir schwebt der Gedanke vor, dass ich die letzten 15 Kilometer nach Skagen nicht zurückfahren möchte.
Der Weg führt mich durch kleine Dörfer und über Felder, und die Dünenlandschaft um mich herum wirkt nahezu surreal. Um 17:00 Uhr habe ich über 100 Kilometer zurückgelegt und beschließe, durchzuziehen. Die Begeisterung über die schönen Landschaften und das Gefühl, auf der Straße zu sein, treiben mich weiter an. Es gibt einfach keinen Grund, jetzt anzuhalten.
Hinter Hulsig fahre ich mitten durch die Dünen und genieße die Schönheit der Natur. Ein bisschen Wald erwartet mich, bevor ich endlich Skagen erreiche. Dort angekommen, frage ich an dem nördlichsten Campingplatz Dänemarks nach einer Hütte. Doch die Preise sind mir zu hoch, also hole ich mir einen Tipp für private Vermietungen. Von dort aus fahre ich noch über 800 Meter zum nördlichsten Punkt Dänemarks.
Ich lasse mir die Gelegenheit nicht entgehen, durch den Sand zu stiefeln und die frische Brise zu genießen. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, an einem so markanten Punkt zu stehen. Ich blicke auf das Skagerak auf der linken Seite und das Kattegat auf der rechten Seite, während ich die vorbeifahrenden Container-Schiffe zähle.
Nach einem kurzen Blick zurück auf die Dünen und die Bunker, die die Landschaft prägen, mache ich mich auf den Rückweg zu meinem Rad. Schließlich suche ich mir eine Unterkunft in Skagen, um die Nacht gut zu verbringen. Nach einem leckeren Essen ist es bereits spät, sodass ich den Bericht für heute mit einem Tag Verspätung nachreiche. Aber es war jeder Kilometer wert. Ich freue mich auf die nächsten Abenteuer, die mich in Dänemark erwarten.
Cliffhanger
Morgen geht es weiter nach Hirtshals. Schafft die Tour den naechsten Abschnitt ohne Rueckschlag?