Kapitel 13 von 15: Dänemark
85% der Gesamtreise
Tag 75 von 88
Kaffee und Kuchenfahrt wird zum Kampf gegen den Wind: Eine Reise an Dänemarks Küste
3 min Lesezeit
Etappen-Infobox
Datum: 13.06.2011
Tageskilometer: 58.56 km
Route: Skagen → Hirtshals
Fahrzeit: 4:44:28
Schnitt: 12.3 km/h
Gesamtstand: 5395.0 km
Wind-Fokus: Heute war der Wind ein dominanter Mitspieler.
Heute sollte es eine entspannte Kaffee- und Kuchenfahrt werden, doch der Wind machte mir einen Strich durch die Rechnung. Während ich aufwache, spüre ich die Anzeichen einer Herausforderung in der Luft. Die frische Brise weht stark aus Westen, was bedeutet, dass ich gegen den Wind fahren muss. Dennoch fühle ich mich nach den zwei Tagesetappen, die ich gestern gemeistert habe, gut erholt und voller Energie.
Ich verlasse den schönen Campingplatz in Skagen und mache mich auf den Weg durch die beeindruckende Dünenlandschaft, die ich gestern nur im Regen genießen konnte. Die Mischung aus schottischen Highlands, dem Moors Nationalpark in England und den Dünen in Holland, die ich hier entdecke, ist atemberaubend. Es ist eine visuelle Pracht, die ich in all ihren Facetten genieße.
Nach kurzer Zeit erreiche ich Hulsig, wo sich der Radweg gabelt. Links führt die Route 5 und rechts die Route 1, die mich schließlich nach Hause bringen soll. Ich wähle die Route 1 und spüre, wie ein starkes Gefühl des Nach-Hause-Fahrens mich ergreift. Es motiviert mich, die Pedale kräftig durchzudrücken.
Das Fahren gestaltet sich anfangs angenehm, da ich von einem schützenden Wald umgeben bin. Doch kaum verlasse ich diesen, bin ich dem kräftigen Wind ausgesetzt. Sechs Windstärken wehen heute aus Westen, und ich kann nicht anders, als an die stürmischen Tage auf den Shetlands und in Ostfriesland zurückzudenken. Mit dieser Erfahrung im Hinterkopf habe ich jedoch gelernt, mit solchen Bedingungen umzugehen. Ich weiß, dass ich meine Energie einteilen und regelmäßig Pausen machen muss, um nicht zu erschöpfen.
Die Landschaft bleibt abwechslungsreich: Mal passiere ich Felder und Wiesen, mal fahre ich durch dichte Wälder. Immer wieder sehe ich die Biwakhütten, die mir das Gefühl geben, dass ich auch in Notfällen immer eine Unterkunft finden kann. Die Strecke ist angenehm zu fahren, und die Ausblicke auf das glitzernde Meer lassen mich immer wieder innehalten und die Schönheit der Natur genießen.
Nach etwa 40 Kilometern erreiche ich Hirtshals. Der Wind macht sich langsam bemerkbar, und ich spüre die Anstrengung in meinen Beinen. Ich stoppe an einem kleinen Supermarkt, um mein Abendessen einzukaufen. Während ich an der Kasse stehe, beobachte ich ein deutsches Urlauberpaar, das aufgeregt über die Probleme mit ihrer Kartenzahlung diskutiert. Ich frage mich, warum man sich im Urlaub so hetzen lassen muss, während ich lieber in Ruhe meine Einkäufe erledige.
In Hirtshals überlege ich kurz, die Jugendherberge anzusteuern, aber es ist erst 16:00 Uhr, und ich habe noch viel Zeit. Der Wind weht mir nun von der Seite, was das Fahren etwas erleichtert. Bei Kilometer 60 sehe ich einen Campingplatz und überlege, ob ich dort übernachten sollte. Der nächste liegt 20 Kilometer weiter, also entscheide ich mich, die Etappe hier enden zu lassen.
Ich miete mir einen Raum für knapp über 200 Kronen und nutze die Gelegenheit, meine Wäsche zu waschen. Das Gefühl, in einem sauberen Bett zu schlafen, ist nach dem Zelten mehr als angenehm. Nachdem ich etwas gekocht habe, setze ich mich, um meine Berichte zu schreiben. Die Anstrengung des Tages fordert jedoch ihren Tribut, und ich schlafe beim Korrekturlesen ein.
Morgen geht es weiter Richtung Süden entlang der Jammerbugten, und ich bin gespannt, welche Abenteuer der neue Tag mit sich bringen wird. Bis dahin wünsche ich allen, die mich auf meiner Reise begleiten, eine gute Nacht.
Cliffhanger
Morgen geht es weiter nach Rødhus. Schafft die Tour den naechsten Abschnitt ohne Rueckschlag?