Kapitel 13 von 15: Dänemark

94% der Gesamtreise

Tag 83 von 88

Ein Tag in der Geschichte Dänemarks: Ribe entdecken

3 min Lesezeit

Dänemark 🇩🇰 Ruhetag 0.0 km

Etappen-Infobox

Datum: 21.06.2011

Tageskilometer: 0.00 km

Route: Ribe → Ribe

Fahrzeit: 0:00:00

Schnitt: 0.0 km/h

Gesamtstand: 5868.0 km

Wind-Fokus: Rücken- und Gegenwind bleiben die unsichtbaren Gegner dieser Tour.

Tag 83: Ein Tag in Ribe
Tag 83: Ein Tag in Ribe

Heute war ein Ruhetag, obwohl ich diesen körperlich gar nicht benötigte. Stattdessen entschied ich mich für einen „Sightseeing Day“ oder vielleicht sogar einen „Besichtigungstag“. Ich hatte genau einen Monat lang jeden Tag Rad gefahren, vom 21. Mai bis zum 21. Juni, ohne einen einzigen Tag Pause. Zugegeben, nicht jeden Tag legte ich 80 Kilometer zurück; es gab auch einige kürzere Etappen von 40 Kilometern, aber auch anspruchsvolle Strecken mit bis zu 158 Kilometern. Dennoch könnte ich wohl ewig weiterfahren. Doch heute lag mein Fokus auf Ribe, der ältesten Stadt Dänemarks.

Ribe ist ein Ort voller Geschichte, die bis zu 1300 Jahre zurückreicht. In der Innenstadt fühlt man sich wie mitten im Zeitgeschehen. Die alten Fachwerkhäuser prägen das Stadtbild und sind nicht nur eine hübsche Fassade, sondern lebendig und bewohnt. Ein großer Brand im 18. oder 19. Jahrhundert führte dazu, dass die Stadt sieben Jahre von Steuern befreit wurde. Die meisten Gebäude datieren aus der Zeit nach diesem Brand, was der Stadt ein einzigartiges historisches Flair verleiht.

Die Geschichte von Ribe reicht bis ins Jahr 700 n. Chr. zurück. Damals war sie ein wichtiges Handelszentrum und diente als Zugangstor zu Europa. Händler siedelten sich hier an, dank der guten Erreichbarkeit durch die Marsch und die Furten. Doch ab 900 n. Chr. geriet die Stadt in Vergessenheit; interne Konflikte hielten die Händler fern. Erst ab 1100 erlebte Ribe eine Wiederbelebung, und die Christianisierung Dänemarks nahm ihren Anfang. Der imposante Dom und mehrere Kirchen, die in Ribe standen und stehen, sind Zeugen dieser bewegten Geschichte.

Ein Ort, an dem ich viel über die Stadt erfahren konnte, war das Viking Museum. Ich könnte mich stundenlang in solchen Museen aufhalten, da sie so viel über die Vergangenheit erzählen. Nach meinem Besuch im Museum schlenderte ich durch die malerische Altstadt und bemerkte ein Paar, das seine bepackten Räder durch die Stadt schob. Neugierig sprach ich sie an, aber sie schauten mich nur verwirrt an und schoben weiter. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich in einer Stadt befinde oder dass ich weiter nach Norden komme. Normalerweise reicht ein einfaches „Hallo“, um ein Gespräch zu beginnen.

Da ich große Lust auf eine Pizza hatte, machte ich mich auf den Weg zu einem örtlichen Italiener. Zu meiner Überraschung bot das Restaurant auch ein English Breakfast an. Die Pizza selbst war jedoch vortrefflich und ließ keine Wünsche offen. Nach diesem köstlichen Mahl kehrte ich zum Campingplatz zurück, der über ein Schwimmbad verfügte. Ich hatte auch meine Laufschuhe dabei, die mal wieder etwas Bewegung vertragen könnten. Doch heute fühlte ich mich nicht danach, da meine obere Rückenmuskulatur verspannt war, und ich konnte meinen Kopf nicht richtig drehen.

Zurück in meiner Hütte tat ich etwas, was ich während der gesamten Reise noch nicht gemacht hatte: Ich spielte etwas auf meinem iPad. „Baphomet’s Fluch“ war das Spiel, ein spannendes Adventure, das mich gut unterhielt. Mein Plan für morgen war es, bis zur Grenze zu fahren, um übermorgen nach Deutschland überzusetzen. Ich war gespannt auf die letzten Etappen meiner Reise. Bis morgen!

Cliffhanger

Morgen geht es weiter nach Rudbøl. Schafft die Tour den naechsten Abschnitt ohne Rueckschlag?