Kapitel 7 von 15: Schottland

48% der Gesamtreise

Tag 42 von 88

Murphy’s Gesetz in den Highlands: Regen, Plattfuß und die Suche nach Unterkunft

3 min Lesezeit

Schottland 🇸🇧 Wind/Regentag 93.6 km

Etappen-Infobox

Datum: 12.5.2011

Tageskilometer: 93.58 km

Route: Inverness → Invershin

Fahrzeit: 6:44:58

Schnitt: 13.9 km/h

Gesamtstand: 3026.0 km

Wind-Fokus: Rücken- und Gegenwind bleiben die unsichtbaren Gegner dieser Tour.

Tag 42: Murphy’s Gesetz in den Highlands
Tag 42: Murphy’s Gesetz in den Highlands

Murphy hatte heute einen ordentlichen Einfluss auf den Tag, aber dennoch: Die ersten 3.000 km sind geschafft! Der Morgen begann, wie es in Hostels üblich ist. Ich versuchte, leise zu packen, um die anderen Schläfer nicht zu stören. Jo, der irische Radfahrer, stand als Erster auf. Wir unterhielten uns kurz, bevor ich mich bereit machte, die Straße zu nehmen. Jo war auf dem Weg nach Pamplona, wo das berühmte Stiertreiben stattfindet.

Gemeinsam mit Jo verließ ich Inverness, doch schon bald trennte sich unsere Wege. Kurz bevor ich die Stadt verließ, suchte ich noch einen Fahrradladen auf, um einen Ersatzschlauch zu kaufen, da der gestrige für den Platten am Hinterrad draufging. Außerdem nahm ich mir einen Pedalschlüssel mit, denn die Pedale müssen im Flugzeug abmontiert werden.

Kaum auf der Brücke, die den Firth überquert, pfiff mir der Wind ordentlich entgegen. Trotzdem genoss ich die Aussicht auf Inverness und die umliegenden Berge, die den perfekten Einstieg in die Tagesetappe bot. Doch der Tag war von wechselhaftem Wetter geprägt. Immer wieder Regen, dann kurze Pausen, und jedes Mal hieß es: Regenkleidung an und ausziehen.

Kurz vor Dingwall begann es so richtig zu schütten, sodass ich die Abfahrt vorsichtig nahm. Der Weg führte mich entlang des Cromarty Firth, und in Alness legte ich eine Pause ein. Dort bemerkte ich, dass mein Hinterrad erneut Luft verlor. Also, pumpen und hoffen, dass es hält. Nach ein paar Kilometern traf ich ein Tandem-Paar, das von Südwestengland bis in den Nordosten Schottlands radelte – beeindruckende 1.600 Meilen.

Doch das Problem mit dem Hinterrad ließ sich nicht ignorieren. Nach ständigen Nachpumpen entschied ich mich, bei Kilometer 50 zu flicken. Drei Löcher fand ich im Schlauch, und nach einer Stunde war die Reparatur endlich abgeschlossen. Ein wenig genervt setzte ich die Fahrt fort, wusste jedoch, dass der nächste Abschnitt in Schottland weniger Übernachtungsmöglichkeiten bietet.

Hinter Tain kam ich an einem Schild vorbei, das verkündete: „Last Accommodation for the Next 20 Miles“. Trotzdem entschied ich mich, weiterzufahren, mit der Hoffnung, irgendwo ein B&B oder Hostel zu finden. Bei Kilometer 90 hatte ich endlich das Youth Hostel erreicht, nur um festzustellen, dass es erst im September wieder öffnet. Völlig erschöpft begann ich, nach weiteren Möglichkeiten zu suchen, und stieß auf ein Hotel auf der anderen Seite des Flusses, zu dem ich nur über eine schmale Brücke gelangte.

Die Überquerung der Brücke, mit meinem schweren Rad und Gepäck, war eine Herausforderung, aber als ich das Hotel erreichte, war alles ausgebucht. Frustriert fragte ich nach weiteren Möglichkeiten, und die Antwort lautete: drei Meilen zurück oder sieben Meilen weiter. Zum Glück bot mir die Frau im Hotel an, auf dem Hang hinter dem Haus zu campen, wo bereits Zelte von den „Waldleuten“ standen. Dusche und warmes Essen gab es in der Bar, wo der Verein noch eine kleine Party mit Dudelsack-Musik veranstaltete.

Der Tag endete also doch noch positiv, und ich entschied, am nächsten Tag vorsichtiger zu sein – und hoffentlich ohne Reifenpannen.

Bye Micha

Cliffhanger

Morgen geht es weiter nach Bettyhill. Schafft die Tour den naechsten Abschnitt ohne Rueckschlag?