Kapitel 13 von 15: Dänemark
89% der Gesamtreise
Tag 78 von 88
Ein regnerischer Tag und die Begegnung mit einem hilfsbereiten Radfahrer
3 min Lesezeit
Etappen-Infobox
Datum: 16.06.2011
Tageskilometer: 39.07 km
Route: Hanstholm → Klitmøller
Fahrzeit: 2:52:23
Schnitt: 13.6 km/h
Gesamtstand: 5578.0 km
Wind-Fokus: Rücken- und Gegenwind bleiben die unsichtbaren Gegner dieser Tour.
Der Tag begann mit dem vertrauten Geräusch des Regens, der auf das Zeltdach plätschert. Diesmal entschloss ich mich, es einfach auszuschlafen. Um 10:00 Uhr rollte ich dann endlich aus meinem Zelt. Neben mir hatte sich ein zweites Zelt gesellt, das einem Berliner gehörte. Er war mit dem Zug nach Dänemark gekommen und plante, eine Reise von 1800 Kilometern zu unternehmen, um schließlich wieder in Berlin zu landen. Unser Gespräch dauerte bis weit nach Mittag, sodass ich erst um 13:00 Uhr loskam. Bei dieser Uhrzeit war eine volle Etappe kaum noch möglich, besonders nicht mit dem Wind, der mit fünf Stärken direkt von vorne wehte.
Die ersten Kilometer führten über einen Schotterweg, der von der Natur umgeben war. Die Strecke war schön, aber der Wind machte das Fahren mühsam. Der Klang des Windes war überall zu hören, und ich bemerkte, dass die Geschwindigkeit aufgrund des starken Gegenwinds auf bis zu 10 km/h sank. An ein Kaffee-und-Kuchen-Fahrt war nicht zu denken.
Nach etwa 30 Kilometern traf ich auf eine Frau, die am Straßenrand stand und anscheinend Probleme mit ihrem Rad hatte. Als aufgeschlossener Mensch hielt ich an und fragte, ob sie Hilfe benötigte. Sie erklärte mir, dass das Schaltwerk ihrer Shimano SIS-Schaltung sich in den Speichen verfangen hatte, was zur Folge hatte, dass die Kette riss. Da ich alles für eine Reparatur dabei hatte, machte ich mich daran, das Schaltwerk zu befreien und die Kette zu ersetzen. Nach wenigen Minuten war ihr Rad wieder fahrtauglich.
Im Gespräch erfuhr ich, dass sie mit ihrem Mann in Klitmøller auf dem Campingplatz übernachten würden und sie mich auf einen Kaffee einladen wollte. Ich nahm das Angebot dankend an und setzte meine Fahrt fort. Nach 10 Kilometern erreichte ich Klitmøller, ein kleiner Küstenort, der als das beste Surfgebiet Dänemarks bekannt ist. An der Promenade angekommen, gab es nicht nur Kaffee und Kuchen, sondern auch spannende Geschichten über ihre Reisen. Das Paar war schon seit über 10 Jahren in Klitmøller und erzählte von den bevorstehenden Surf-Weltmeisterschaften.
Nach einer gemütlichen Pause setzte ich meinen Weg fort. Um 18:00 Uhr entschied ich mich, den nächsten Campingplatz anzusteuern. Eine halbe Tagesetappe war immer noch in Ordnung. Der Platz bot eine Küche und einen großen Aufenthaltsraum. Dort traf ich auf einen Dänen aus Kopenhagen, der ebenfalls Surfer war. Es war angenehm, mal wieder mit einem Einheimischen ins Gespräch zu kommen.
Während ich den Tag Revue passieren ließ, begann ich, meine nächsten Etappen zu planen. Ich hatte noch 12 Tage, um die 90 Tage voll zu bekommen, und es standen noch etwa 400 Kilometer in Dänemark und 330 Kilometer in Deutschland auf dem Programm. Bei einer Tagesleistung von 80 Kilometern waren also noch fünf Tage für Dänemark und vier Tage für Deutschland zu veranschlagen. Ich überlegte mir, wie ich die restlichen drei Tage am besten aufteilen könnte. Vielleicht würde ich die Zeit durch kürzere Etappen verteilen? Die Gedanken kreisten in meinem Kopf, während ich in meinem Zelt lag, und ich freute mich auf das, was noch kommen sollte. Bis morgen!
Cliffhanger
Morgen geht es weiter nach Thyborøn. Schafft die Tour den naechsten Abschnitt ohne Rueckschlag?