Kapitel 5 von 15: England
34% der Gesamtreise
Tag 30 von 88
80 Kilometer Küste, Kliffs und endlose Strände – Ein unvergesslicher Tag entlang der englischen Nordseeküste
3 min Lesezeit
Etappen-Infobox
Datum: 30.4.2011
Tageskilometer: 82.13 km
Route: Sunderland → Amble
Fahrzeit: 5:55:08
Schnitt: 13.9 km/h
Gesamtstand: 2114.0 km
Wind-Fokus: Rücken- und Gegenwind bleiben die unsichtbaren Gegner dieser Tour.
Nach einem ordentlichen Englischen Frühstück verließ ich Sunderland entlang der Küste, die mich den gesamten Tag begleiten sollte. Das Wetter war auf meiner Seite – bei 12 Grad und Windstärke 4 schien die Sonne ununterbrochen. Ein perfekter Tag für die Erkundung der endlosen Buchten, Strände und Kliffs, die sich vor mir erstreckten.
Vorbei an Whitburn führte die Route nach South Shields, wo ich bereits von atemberaubenden Ausblicken verwöhnt wurde. Jeder neue Blick auf die Küstenlandschaft toppte den vorherigen, und die endlosen Strände sowie die mächtigen Kliffs gaben mir das Gefühl, mitten in einem Naturwunder zu fahren. Doch es sollte noch besser kommen. Hoch oben auf der anderen Seite des River Tyne, in Tynemouth, erhob sich eine Burg Ruine majestätisch auf einem Kliff. Der Anblick war einfach überwältigend.
Um dorthin zu gelangen, musste ich die Tyne überqueren – und das gelang mir mithilfe einer Fähre. In nur wenigen Minuten war ich auf der anderen Seite, und wie der Name schon vermuten ließ, kam ich von South Shields in North Shields an. Von hier ging es direkt nach Tynemouth, wo ich die beeindruckende Burgruine aus der Nähe bestaunen konnte. Sie thronte hoch oben auf einem Kliff und bot einen fantastischen Ausblick auf die Nordsee.
Meine Küstentour führte mich weiter nach Whitley Bay und schließlich nach Blyth. Die gesamte Promenade auf den zurückgelegten 30 Kilometern war sehenswert, ordentlich und sauber. Es hatte etwas von Urlaub: Strände, sportliche Menschen, die am Strand joggten, Radfahrer und Gruppen, die Gymnastikübungen absolvierten. Es war, als wäre der ganze Küstenabschnitt ein einziges Outdoor-Fitnessstudio. Die Strecke vor Blyth führte durch eine charmante Dünenlandschaft, die sich zwar nicht mit den niederländischen Dünen vergleichen ließ, aber ihren eigenen Reiz hatte.
In Blyth verließ ich die Küste zunächst, um mich auf den nächsten Abschnitt vorzubereiten. Es dauerte etwa 10 Meilen, bis ich die Küste bei Lynemouth wieder erreichte. Ab diesem Punkt fahre ich die Strecke bis Edinburgh quasi blind, da ich die Karte für diesen Teil im März nicht mehr bekommen habe. Das bedeutete, dass ich mich ganz auf die Schilder verlassen musste, um keine Umwege zu fahren – doch genau das passierte.
Kurz vor Amble verlor ich wieder einmal die Route. Die Entscheidung, ob ich zurückfahren und nach den Schildern suchen oder direkt nach Amble auf der Hauptstraße weiterfahren sollte, stellte sich als knifflig heraus. Ich entschied mich für die zweite Option, doch der Verkehr auf der viel befahrenen Straße war mir einfach zu riskant. Bei einem Sicherheitsabstand von gerade einmal 20 cm raste der Verkehr an mir vorbei, und ich fühlte mich nicht sicher. Also nahm ich einen Umweg in Kauf, der mich schließlich sicher nach Amble brachte.
In Amble angekommen, hatte ich die 80 Kilometer voll und entschied mich, eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen. Doch das stellte sich als schwieriger heraus, als erwartet. Die ersten beiden B&Bs, die ich anfuhr, waren komplett belegt – “Wedding Weekend” hieß es. Zum Glück fand ich schließlich noch ein Zimmer. Der Besitzer wollte ursprünglich 40 £, doch als ich meinen wenig begeisterten Gesichtsausdruck zeigte, bot er mir das Zimmer für 35 £ an – besser, als schwarz zu campen, was meine letzte Option gewesen wäre.
Morgen erwartet mich noch ein Stück Küste, bevor ich mich weiter ins Landesinnere vorwage.
Bye Micha
Cliffhanger
Morgen geht es weiter nach Goswick. Schafft die Tour den naechsten Abschnitt ohne Rueckschlag?