Kapitel 7 von 15: Schottland

53% der Gesamtreise

Tag 47 von 88

Die letzten Tage in Schottland brechen an: Ein entspannter Tag zwischen Inseln und Geschichte

3 min Lesezeit

Schottland 🇸🇧 33.7 km

Etappen-Infobox

Datum: 18.05.2011

Tageskilometer: 33.71 km

Route: Stromness → Kirkwall

Fahrzeit: 2:28:35

Schnitt: 13.6 km/h

Gesamtstand: 3392.0 km

Wind-Fokus: Rücken- und Gegenwind bleiben die unsichtbaren Gegner dieser Tour.

Tag 47: Die letzten Tage in Schottland brechen an
Tag 47: Die letzten Tage in Schottland brechen an

Diesen Tag ließ ich außergewöhnlich ruhig angehen. Es war absolut keine Eile geboten, denn die Strecke, die heute zu fahren war, betrug nur knapp 34 Kilometer. In Kirkwall sollte später die Fähre nach Lerwick auf den Shetland-Inseln ablegen, und der Check-in war erst um 21:00 Uhr. Also hatte ich den ganzen Tag vor mir, ohne mich hetzen zu müssen.

So gönnte ich mir heute Morgen erstmal zwei zusätzliche Stunden Schlaf. Es tat gut, einfach mal in den Tag zu starten, ohne sofort unter Zeitdruck zu stehen. Das Frühstück genoss ich in aller Ruhe, während ich ein paar organisatorische Dinge klärte. Mein erster Anruf galt der Fluggesellschaft Flybe. Ich wollte sicherstellen, dass mein Fahrrad mit auf den Flug von Sumburgh auf den Shetland-Inseln nach Bergen in Norwegen darf. Es gibt nämlich keine Garantie, dass Fahrräder auf allen Flügen mitgenommen werden. Glücklicherweise bekam ich die Bestätigung, dass noch Platz vorhanden war, und ich konnte den Flug buchen. Die Notwendigkeit, nach Norwegen zu schwimmen, war damit glücklicherweise ausgeschlossen.

Auch bei Northlink, der Fährgesellschaft, die mich nach Lerwick bringen würde, rief ich noch einmal an, um sicherzugehen, dass die Fähre tatsächlich fährt. Zu meiner Erleichterung wurde dies bestätigt. Alles war also organisiert und ich konnte den Tag in vollen Zügen genießen.

Auf dem Weg nach Kirkwall beschloss ich, den “Ring of Brodgar” noch einmal anzusteuern. Diese prähistorische Steinformation ist der drittgrößte Steinkreis in Großbritannien. Gestern hatte ich wegen des Regens nur wenig Zeit, um ihn zu bewundern, doch heute strahlte die Sonne – zumindest eine Zeit lang. Der Anblick der 13 noch stehenden Steine, die von ehemals mehr als 20 Überresten zeugen, war wirklich imposant. Es ist schwer zu glauben, dass diese gewaltigen Felsen seit Jahrtausenden hier stehen, Zeugen einer längst vergangenen Zeit.

Mit leichtem Rückenwind und teilweise klarem Himmel ging es dann weiter nach Kirkwall. Ich kam früh am Nachmittag dort an und hatte mehr als genug Zeit, um die Stadt zu erkunden. Bei der Saint Magnus Kathedrale konnte ich eine kleine Parade zu Ehren der historischen Verbindung zwischen den Orkney-Inseln und Norwegen bestaunen. Die Inseln haben eine lange Geschichte, die eng mit den Wikingern und Norwegen verknüpft ist.

Leider kam ich zu spät, um das Museum zu besichtigen. Es schloss genau fünf Minuten bevor ich ankam. Schade, denn ich hätte gern mehr über die 3000 bis 5000 Jahre alten Relikte erfahren, die dort ausgestellt sind.

Die nächsten Stunden verbrachte ich in einem gemütlichen Café mit kostenlosem WLAN. Es fühlte sich seltsam an, einfach nur still zu sitzen und nichts zu tun. Auf solch einer Reise ist man ständig in Bewegung, und diese Ruhe, so angenehm sie war, fühlte sich fast ungewohnt an. Doch der Regen und die Kälte draußen luden nicht gerade zu einem Spaziergang ein. Gegen 20:00 Uhr musste ich das Café verlassen, da es schloss. Da es keinen anderen Ort gab, der mich reizte, schob ich mein Fahrrad gemütlich in Richtung des Fähranlegers.

Pünktlich um 21:00 Uhr war ich dann am Terminal und wartete darauf, dass die Fähre aus Aberdeen eintrifft. Die Vorfreude auf die Überfahrt und das nächste Abenteuer auf den Shetland-Inseln wuchs. Morgen beginnt ein neuer Abschnitt der Reise.

Bye Micha

Cliffhanger

Morgen geht es weiter nach Lerwick. Schafft die Tour den naechsten Abschnitt ohne Rueckschlag?