Kapitel 15 von 15: Deutschland

99% der Gesamtreise

Tag 87 von 88

Der Weg nach Hamburg: Im blauen Himmel und Sonnenschein

3 min Lesezeit

Deutschland 🇩🇪 105.8 km

Etappen-Infobox

Datum: 26.06.2011

Tageskilometer: 105.78 km

Route: Sankt Peter Ording → Brunsbüttel

Fahrzeit: 6:27:20

Schnitt: 16.4 km/h

Gesamtstand: 6197.0 km

Wind-Fokus: Rücken- und Gegenwind bleiben die unsichtbaren Gegner dieser Tour.

Tag 87: Der Weg nach Hamburg
Tag 87: Der Weg nach Hamburg

Heute war ich entschlossen, in zwei Tagesetappen Hamburg zu erreichen. Deshalb stand ich heute Morgen früh auf und war trotz ausgiebigem Frühstück bereits vor neun auf der Piste. Da der Wind aus Westen kam, sollte ich leichten Rückenwind genießen. Zuerst führte mich der Weg direkt an Sankt Peter Ordings Düne mit Blick auf den Strand entlang. In weiter Ferne konnte ich die auf Stelzen gebauten Restaurants direkt an der Wasserlinie sehen. Die Kitesurfer waren bereits wieder unterwegs, und zahlreiche Matten füllten den Himmel. Diesen imposanten Anblick durfte ich mehrere Kilometer genießen.

Hinter Sankt Peter Ording radelte ich auf dem Außendeich bis zum Ende der Halbinsel. Dort ging es am Innendeich in Richtung Eidersperrwerk. Die Eider ist ein breiter Zufluss ins Land hinein, und das Sperrwerk hat eine bemerkenswerte Größe und ist nett anzusehen. Dort versammeln sich zahlreiche Möwen, und ihr Kreischen erfüllte die Luft, während ich das Sperrwerk überquerte.

Hinter dem Sperrwerk ging es weiter entlang des Deiches bis nach Büsum. Bei Büsum wurde ich nach einer Gästekarte gefragt. Ich sagte nur, dass ich keine Gästekarte benötige, da ich nur auf der Durchreise sei. Ich durfte meine Fahrt nicht mehr am Deich fortsetzen, was aufgrund der Kurtaxe an der Küste nicht ganz überraschend war. Kurze Zeit später war ich jedoch bereits im Zentrum und am Hafen.

Wegen des sehr guten Wetters und eines Hafenfestes in Büsum war dort ein reges Treiben zu beobachten. Mir gefiel der Hafenbereich sehr gut, und ich gönnte mir eine Krakauer an einem Stand. Ich glaube, diese Art von Wurst gibt es tatsächlich nur in Deutschland. Nach Büsum durfte ich dem Deich noch ein wenig folgen, und es fragte mich auch niemand mehr nach einer Gästekarte. Meine dänische Campingkarte wollte übrigens auch niemand mehr sehen.

Auf der Höhe von Meldorf kam ich an einem hinter dem Deich liegenden See vorbei, wo Surfer und Kiter unterwegs waren. Direkt hinter dem See bog ich in Richtung Meldorf ab. Meldorf selbst hatte beim Durchfahren nicht viel zu bieten – eigentlich gar nichts. Es war immer noch sehr früh, um 15:00 Uhr, und ich war bereits bei Kilometer 75. Von Meldorf aus ging es weiter Richtung Süden nach Brunsbüttel.

Bis Sankt Michaelisdonn konnte ich gut fahren, und dort legte ich noch eine kurze Kaffeepause ein. Dabei kam ich mit zwei Brunsbüttlern ins Gespräch, die mir von Finnland erzählten, wo ihr Sohn lebt. Von Sankt Michaelisdonn folgte ich dem Weg, den mir die Open Cycle Map auf meinem iPhone vorgab. Dieser führte mich in einen Wald, der ungewöhnlich hoch für diese Umgebung lag. Ich bog einmal kurz falsch ab und stand mitten im Wald, wo es nicht weiterging. Ansonsten war dieser Weg sandig und schlecht zu fahren.

Am Flughafen vorbei, kam ich wieder auf die Straße und den Originalweg. Nach Brunsbüttel war es nicht mehr weit. Dort fand gerade eine Feier zum 160-jährigen Bestehen des Nord-Ostsee-Kanals statt, aber ich fuhr daran vorbei. Ich machte mich auf den Weg zu einem kleinen Campingplatz, der sich direkt vor dem Deich befand, wo Schafe weideten. Als ich ankam, gab es ein regelrechtes Bölk-Konzert. Mittlerweile hat sich das Geräusch beruhigt, und es wird nur noch einzeln geblökt.

Ich plane, morgen die letzte Etappe bis nach Hamburg durchzufahren. Es sind noch knapp über 100 km, und damit dürfte ich morgen den Kreis geschlossen haben. Ich habe mir aber überlegt, die Berichte noch bis zum 90. Tag fortzuführen.

Bye Micha!

Cliffhanger

Morgen geht es weiter nach Hamburg. Schafft die Tour den naechsten Abschnitt ohne Rueckschlag?