Kapitel 5 von 15: England

31% der Gesamtreise

Tag 27 von 88

Auf den Spuren von Dracula und Kapitän Cook – Ein Tag in Whitby

3 min Lesezeit

England 🇬🇧 Ruhetag 0.0 km

Etappen-Infobox

Datum: 27.4.2011

Tageskilometer: 0.00 km

Route: Whitby → Whitby

Fahrzeit: 0:00:00

Schnitt: 0.0 km/h

Gesamtstand: 1854.0 km

Wind-Fokus: Rücken- und Gegenwind bleiben die unsichtbaren Gegner dieser Tour.

Tag 27: Dracula und Kapitän Cook
Tag 27: Dracula und Kapitän Cook

Ein Tag ohne Radfahren, aber dafür voller Entdeckungen und Eindrücke in Whitby – eine Stadt, die so reich an Geschichte und mystischen Geschichten ist, dass sie einen ganzen Ruhetag mehr als rechtfertigt. Ich begann den Tag im gemütlichen Backpacker Hostel, wo ich in der Gemeinschaftsküche frühstückte. Neben mir saß eine Frau, die ebenfalls im Hostel übernachtete und sich bald auf den Weg nach Norwich machen wollte. Unser Gespräch drehte sich um ihre Reisen, und ich erfuhr, dass sie Couchsurfing nutzt – eine Möglichkeit, günstig zu reisen und interessante Menschen kennenzulernen. Vielleicht eine Überlegung wert für meine zukünftigen Reisen.

Nach dem Frühstück stand für mich die Besichtigung von Whitby auf dem Programm. Erster Halt: die berühmte Whitby Abbey, die hoch oben auf einem Kliff thront. Um dorthin zu gelangen, musste ich die 199 Stufen der berühmten Treppe erklimmen, die schon zu Zeiten des Klosters genutzt wurden. Die Stufen wurden damals mit Zwischenabsätzen versehen, damit die Sargträger beim Aufstieg Pausen einlegen konnten. Oben angekommen, genoss ich die Aussicht auf die Stadt und den Hafen – ein wirklich malerisches Bild.

Die Ruinen der Abbey sind imposant, und man kann gut verstehen, warum dieser Ort Bram Stoker zu seinem weltberühmten Roman “Dracula” inspirierte. Die Stadt ist spürbar von dieser düsteren Atmosphäre geprägt. Überall in den schmalen Gassen finden sich Geschäfte, die Gothik- und Dracula-Souvenirs anbieten, und man spürt die mystische Aura, die Whitby umgibt. Besonders beeindruckend war, dass man die Ruinen auch ohne Eintritt bewundern konnte – der Blick aus der Ferne war für mich ausreichend, um die gewaltige Geschichte dieses Ortes zu spüren.

Von der Abbey aus ging es zurück in die Stadt, und ich überquerte die 100 Jahre alte Klappenbrücke, die die beiden Stadtteile verbindet. Auf der Westseite schlenderte ich die Kaipromenade entlang und erreichte schließlich den Steg, der an seinem Ende in einen Holzsteg übergeht. Der Blick von dort war spektakulär: Links das imposante Kliff mit der Abbey und rechts der Sandstrand und die Bucht von Whitby. Ein Ort, der in seiner malerischen Schönheit kaum zu übertreffen ist.

Nach so viel Sightseeing war es Zeit für eine typisch britische Mahlzeit: Fish and Chips. Gemeinsam mit vielen anderen Touristen ließ ich mich an der Promenade nieder und genoss die Mahlzeit – natürlich begleitet von kreischenden Möwen, die hier überall präsent sind und auf einen Bissen hofften. Es war einer dieser perfekten Momente, in denen man die Atmosphäre der Stadt vollkommen aufsaugt.

Im Anschluss erkundete ich weiter die geschäftigen Gassen von Whitby. Besonders beeindruckt hat mich das Museum von Kapitän Cook, der hier in Whitby aufwuchs und seine Ausbildung absolvierte. Sein Haus ist heute ein Museum, das die Geschichte dieses berühmten Seefahrers erzählt, und oben auf dem westlichen Kliff steht eine Statue von ihm, die über den Hafen wacht.

Der Tag neigte sich langsam dem Ende zu, und ich verbrachte den späten Nachmittag in einem Café mit kostenlosem WLAN, um endlich wieder einige Fotos hochzuladen. Es war ein rundum gelungener Tag, und ich freue mich schon auf morgen, denn mir wurde berichtet, dass die Strecke durch die Moore Yorkshires atemberaubend schön sein soll.

Bis morgen, Micha.

Cliffhanger

Morgen geht es weiter nach Riverside. Schafft die Tour den naechsten Abschnitt ohne Rueckschlag?