Kapitel 7 von 15: Schottland

39% der Gesamtreise

Tag 34 von 88

Ein freier Tag in Edinburgh: Von historischen Burgen bis zum Gipfel von Arthur’s Seat

4 min Lesezeit

Schottland 🇸🇧 Ruhetag 0.0 km

Etappen-Infobox

Datum: 4.5.2011

Tageskilometer: 0.00 km

Route: Edinburgh → Edinburgh

Fahrzeit:

Schnitt: 0.0 km/h

Gesamtstand: 2374.0 km

Wind-Fokus: Rücken- und Gegenwind bleiben die unsichtbaren Gegner dieser Tour.

Tag 34: Ein freier Tag in Edinburgh
Tag 34: Ein freier Tag in Edinburgh

Ein freier Tag – wie lange hatte ich mich darauf gefreut! Nach all den gefahrenen Kilometern gönnte ich mir heute den Luxus, einfach im Bett liegen zu bleiben, mehrmals auf die Uhr zu schauen und mich umzudrehen. So ließ ich den Morgen gemütlich verstreichen, bis ich mich schließlich gegen 9 Uhr aus dem Bett schälte und den Tag in Angriff nahm. Das Frühstück wurde in dem Raum serviert, der am Vorabend noch als Bar genutzt worden war. Auf dem Tresen stand ein Buffet, und ich konnte mich nach Herzenslust bedienen – ein perfekter Start in den Tag!

Mein Plan war, als erstes das berühmte Edinburgh Castle zu besichtigen, das majestätisch auf einem Felsen über der Stadt thront. Der Weg dorthin führte mich über die Princes Street, die die Altstadt von der Neustadt trennt. Diese Straße ist ein Erlebnis für sich: Ein Park erstreckt sich entlang der Schienen, die zum Hauptbahnhof führen, und man läuft durch viel Grün, das den urbanen Lärm abschirmt. Als ich schließlich den Blick auf die Altstadt und den Felsen mit dem Castle erhaschte, war ich überwältigt. Die hohen, alten Gebäude, die sich den Hügel hinaufziehen, wirken wie aus einem Gemälde – besonders wenn die Abendsonne sie in ein goldenes Licht taucht. Edinburgh, das steht fest, gehört zu den schönsten Städten Europas.

Am Castle angekommen, machte ich mich bereit für den steilen Anstieg zum Eingang. Der Eintrittspreis von 14 £ mag auf den ersten Blick hoch erscheinen, aber der Besuch lohnte sich in jeder Hinsicht. Ich verbrachte fast vier Stunden in dieser beeindruckenden Festung. Besonders faszinierend war die St. Mary Church, das älteste Gebäude Edinburghs, und natürlich die Kronjuwelen, die während des Zweiten Weltkriegs hier versteckt worden waren. Die Geschichte des Castles ist eng mit der militärischen Tradition Schottlands verwoben, was sich in mehreren Museen auf dem Gelände widerspiegelt. Für Geschichtsinteressierte ist eine Führung oder Audioguide fast ein Muss, um all die Details zu verstehen.

Nach meinem Rundgang führte mich die sogenannte Queen’s Mile hinunter durch die Altstadt. Diese Straße, die das Castle mit der Sommerresidenz der Queen und dem schottischen Parlament verbindet, erstreckt sich – wie der Name schon sagt – über genau eine Meile. Im Gegensatz zu den historischen Gebäuden drumherum ist das schottische Parlament ein moderner, fast futuristischer Bau.

Nach so viel Geschichte und Kultur beschloss ich, mir ein wenig Abwechslung zu gönnen, und besuchte das “Camera Obscura”, ein kleines Museum voller optischer Illusionen. Es war eine willkommene, kurzweilige Pause vom geschichtsträchtigen Edinburgh. Die Ausstellung überraschte mich mit vielen spannenden Sinnestäuschungen und brachte mich immer wieder zum Staunen.

Der letzte Punkt auf meinem heutigen Sightseeing-Programm war der berühmte Arthur’s Seat, ein 251 Meter hoher Berg mitten in Edinburgh. Was gibt es Besseres an einem radfreien Tag, als einen Berg zu besteigen? Also machte ich mich auf den Weg. Der Aufstieg war steiler, als ich erwartet hatte, und als ich dachte, schon fast oben zu sein, stellte ich fest, dass ich erst die Hälfte geschafft hatte. Aber die Mühe lohnte sich: Oben angekommen, genoss ich eine unvergleichliche Aussicht über die Stadt, die ich den ganzen Tag durchstreift hatte. In der Ferne konnte ich die Granites sehen, die mich gestern so herausgefordert hatten, und schon jetzt blickte ich auf die Route, die mich morgen weiterführen würde.

Oben traf ich ein deutsches Paar, mit dem ich mich unterhielt, bevor ich mich wieder an den Abstieg machte. Dieser ging deutlich schneller als der Aufstieg. Ich wählte den Weg über die Ostseite des Berges, der weniger steil ist als die Westseite, die ich hochgegangen war.

Zurück in der Stadt, gönnte ich mir noch eine ordentliche Portion Pasta – der perfekte Treibstoff für den kommenden Tag. Im Hostel nutzte ich die Gelegenheit, meine Kleidung in der Waschmaschine zu reinigen und mich mental auf die nächste Etappe vorzubereiten. Edinburgh hat so viel zu bieten, und ich hätte gerne mehr Zeit hier verbracht. Doch meine Reise geht weiter, und morgen werde ich wieder auf dem Rad sitzen.

Wo ich mich morgen melden werde? Das weiß ich noch nicht, aber ich bin gespannt. Cheerio Micha

Cliffhanger

Morgen geht es weiter nach Newton of Falkland. Schafft die Tour den naechsten Abschnitt ohne Rueckschlag?