Kapitel 13 von 15: Dänemark
88% der Gesamtreise
Tag 77 von 88
Herausforderung auf das Vorderrad und Regen auf der dänischen Ostküste
3 min Lesezeit
Etappen-Infobox
Datum: 15.06.2011
Tageskilometer: 64.29 km
Route: Rødhus → Hanstholm
Fahrzeit: 4:44:28
Schnitt: 12.3 km/h
Gesamtstand: 5460.0 km
Wind-Fokus: Rücken- und Gegenwind bleiben die unsichtbaren Gegner dieser Tour.
Der Tag begann vielversprechend und mit einem schönen Ausblick aus dem Fenster meiner Hütte. Die Nacht war erholsam in dem geräumigen Bett, und ich war bereit, die Reise fortzusetzen. Die Hütte hatte insgesamt sechs Betten, und ich hatte mich für das obere Doppelbett entschieden. Endlich mal wieder Platz! Der Kaffeewasserkocher war etwas langsamer als mein Trangia-Gaskocher, aber er erfüllte seinen Zweck.
Um 10:00 Uhr war ich endlich bereit, den Campingplatz zu verlassen. Die Strecke wartete darauf, erkundet zu werden. Der erste Teil des Weges verlief über Schotter-, Kiesel- und Waldwege, die schätzungsweise 70 % der Gesamtstrecke ausmachten. So weich und lose der Weg auch war, so sehr bremste er mich aus und kostete viel Zeit und Kraft. Dennoch fühlte ich mich bis Kilometer 40 gut in der Zeit.
Doch dann geschah es: Ich fuhr über einen Weg mit murmelgroßen Steinen und dachte, dass meine Reifen das schon aushalten würden. Kaum hatte ich diesen Gedanken beendet, spürte ich, wie Luft aus dem Vorderrad entwich. Das passte mir gar nicht. Ich suchte mir einen ruhigen Platz für eine Mittagspause und begann mit der Reparatur. Flickarbeiten waren mir zu aufwendig, also entschied ich mich, den ganzen Schlauch zu wechseln.
Als ich das Vorderrad festzog, dachte ich daran, dass ich vorsichtig sein sollte, um das Gewinde nicht zu beschädigen. Aber in dem Moment knackte es und ein Teil des Gewindes brach ab. Super, dachte ich mir! Ich musste improvisieren und schaffte es, die Mutter über das Restgewinde anzuziehen. Es war zwar nicht perfekt, aber ausreichend für den Moment.
Gerade als ich wieder auf den Weg kam, begann es zu regnen – und nicht nur leicht. Ich hatte gehofft, dass der Tag schön bleiben würde. Die Aussicht bei Bulbjerg war grandios; ich konnte über das Dorf und die Küste blicken. Als ich weiterfuhr, wechselten sich Wälder mit offenen Flächen ab. Doch der Wind blies weiterhin heftig, und ich kämpfte gegen die Bögen der Hauptstraße.
In Hirtshals angekommen, war es Zeit für eine kleine Stärkung. Ich besorgte mir etwas Proviant, während ich einem deutschen Urlauberpaar zusah, das an der Kasse Probleme mit der Kartenzahlung hatte. Es war erstaunlich, wie sehr Stress im Urlaub manche Menschen beeinflussen kann. Ich genoss es, draußen zu sein und auf meinem Rad weiterzufahren, während ich die Umgebung in mich aufnahm.
An einem Campingplatz in der Nähe von Hanstholm war mir eine Hütte mit 500 Kronen zu teuer, also entschied ich mich, im Zelt zu schlafen. Ich stellte meine obligatorische Frage: „Deutsch oder Englisch?“ und konnte mir dann die Sprache aussuchen. Der Platz hatte ein Restaurant, in das ich ging, um etwas zu essen. Ich gönnte mir einen Burger mit Kartoffelecken – eine willkommene Abwechslung.
Die Wirtin erzählte mir von den vielen deutschen Urlaubern, die hierher kommen. Es war interessant zu hören, wie sich die Sprachen in der Gastronomie vermischen. Als der Regen am Abend stärker wurde, saß ich in meinem Zelt und hörte das laute Prasseln auf dem Zeltdach. Trotz der Herausforderungen war es ein erfüllter Tag, und ich freute mich auf die kommenden Abenteuer. Bis morgen!
Cliffhanger
Morgen geht es weiter nach Klitmøller. Schafft die Tour den naechsten Abschnitt ohne Rueckschlag?