Kapitel 11 von 15: Schweden

77% der Gesamtreise

Tag 68 von 88

Von eintönig bis interessant war alles dabei.

4 min Lesezeit

Schweden 🇸🇪 75.7 km

Etappen-Infobox

Datum: 08.06.2011

Tageskilometer: 75.65 km

Route: Høysand → Rorvik

Fahrzeit: 5:14:48

Schnitt: 14.4 km/h

Gesamtstand: 4789.0 km

Wind-Fokus: Rücken- und Gegenwind bleiben die unsichtbaren Gegner dieser Tour.

Tag 68: Abwechslungsreicher Tag
Tag 68: Abwechslungsreicher Tag

Heute gab es zum ersten Mal Rührei zum Frühstück. Ich hab gestern eine Vierer-Packung Eier im Discounter entdeckt. Es war auch nur ein Ei kaputt, als ich auf dem Campingplatz ankam. Der zwei Eier fassende Eierkocher von Globetrotter kommt nun auch endlich mal zum Einsatz.

Der Plan für heute sah vor, Radkarten und Ersatzschläuche zu besorgen und danach in Schweden ein wenig Rad zu fahren. Ich fuhr zum Buchladen in Strömstad, an dem ich gestern bereits vorbei fuhr. Und tatsächlich hatten sie alle drei Karten, die ich haben wollte, da. Dieser Tag fängt gut an. Da kann auch das bisschen Nieselregen nichts dran ändern.

Als Nächstes besorgte ich mir zwei Ersatzschläuche im nächsten Sportladen. Jetzt kann gar nichts mehr schiefgehen. Nach kurzem Studium der ersten Karte war klar, dass ich gestern nicht wirklich der Radroute gefolgt bin. Viel verpasst habe ich aber auch nicht. Wäre nur ein wenig verkehrsfreier gewesen.

Mit Karte, iPhone und zwei Ersatzschläuchen machte ich mich auf den Weg, Schweden zu entdecken. Ein paar Kilometer hinter Strömstad traf ich das Hamburger Radpärchen, von denen ich mich heute Morgen noch verabschiedete, wieder. Ich fuhr ein wenig hinter ihnen her. Wir hatten ja denselben Weg. Nach einiger Zeit hielten sie, und ich verabschiedete mich erneut von ihnen. Seitdem sind wir uns auch noch nicht wieder begegnet.

Heute sah ich zum ersten Mal die Radschilder. Ich entschied mich, mich nicht auf diese zu verlassen, da sie nur sporadisch vorhanden sind. Die Karte und OpenCycleMap auf dem iPhone sollten ausreichend für die Navigation sein. So verlief die Strecke größtenteils verkehrsberuhigt.

Der erste Teil der Tagesetappe führte mich ein wenig ins Land hinein. Leichte Anstiege, einige davon zum Warmwerden. Viel Wald, ein wenig Feld und ab und an ein paar Felsen bildeten die Umgebung. Fast schon eintönig gleich. So blieb es fast 60 km. Einzige Ausnahme hiervon war eine 3 1/2 km lange Baustelle. Diese kündigte sich bereits durch ein Verbot für Kraftfahrzeuge an. Motor habe ich nicht, also ging es weiter. An der Baustelle angekommen prangte ein Schild, man müsse einen Helm tragen. Einen Helm hatte ich auf, und so fuhr ich in die Baustelle hinein. Vorbei an großen Muldenlastern, an Steine zusammen schiebenden Baggern, an Steinzerstörern. Ich fuhr über kleine Steine, über mittlere Steine und über große Steine. Teilweise konnte ich nicht fahren, weil ein Bagger im Weg war. Ich musste darauf warten, dass er die Steinmassen zusammen schob. Die Bauarbeiter grüßten alle recht freundlich. Ein Umfahren der Baustelle wäre nicht so einfach möglich gewesen, ohne einen größeren Umweg in Kauf nehmen zu müssen. Nach einer Weile hatte ich es ohne Verluste geschafft, ich war durch.

In Tanumshede gönnte ich mir meine Mittagspause. Trotz der Einkäufe heute Morgen lag ich gut in der Zeit. Bei Fjällbacka kam ich endlich wieder ans Wasser. Fjällbacka ist ein nettes kleines Küstenstädtchen, das einmal um einen recht massiven großen Felsen herum gebaut wurde. Ich hab über eine Viertelstunde benötigt, um um den Felsen herum zu fahren. Man kann den Felsen auch besteigen und soll von oben eine sehr schöne Aussicht haben. Nach Felsen besteigen war mir aber nicht. Nur 10 km weiter befindet sich Hamburgsund, dort deckte ich mich mit den nötigen Lebensmitteln für den Abend und den Morgen ein.

Ein paar Kilometer hinter Hamburgsund befindet sich in Rorvik ein kleiner Familien-Campingplatz. Die Rezeption war nicht besetzt. Es gab eine Art Gegensprechanlage, die einen telefonisch mit einem Verantwortlichen verband. Hatte ich auch noch nicht gesehen. Ein kurzes Gespräch, und fünf Minuten später war jemand da. Der gute Mann sprach so gut wie gar kein Englisch. Alles Notwendige konnten wir mit den paar Brocken, die er konnte, klären. Ich hab mich heute wieder in einer Hütte eingemietet. Nach zwei Wochen Zelt bin ich wohl doch mal froh, wieder in einem Bett zu schlafen, und Zeit spart es allemal.

Morgen werde ich mal ein wenig tiefer in Schweden eintauchen. Night, Micha

Cliffhanger

Morgen geht es weiter nach Malö. Schafft die Tour den naechsten Abschnitt ohne Rueckschlag?